Nachruf: Alberto Testa
Mit dem Tod ihres Doyens Alberto Testa verliert die italienische Ballettkritik, ja die Tanzwelt insgesamt eine maßgebliche Persönlichkeit. Testa kam 1922 in Turin zur Welt und nahm Ballettunterricht bei Grazioso Cecchetti und Susanna Egri. Seinen Hochschulabschluss machte der Student der italienischen Literatur mit einer Dissertation über Tanzgeschichte. Er selbst tanzte Charakterpartien, etwa in Werken von Léonide Massine oder Aurel von Milloss. Als Choreograf gestaltete er u. a.
die Tanzszenen in Filmklassikern wie Luchino Viscontis «Der Leopard» oder Franco Zeffirellis «Romeo und Julia».
Vor allem aber wird er als Schreiber, Historiker und Kurator in Erinnerung bleiben, verantwortlich für Ereignisse wie die Tanzkonzerte am Teatrino delle sei oder den Tanzmarathon des «Festival dei Due Mondi» in Spoleto. Ferner initiierte Testa den «Positano Premia la Danza Léonide Massine», dem er vierzig Jahre lang vorstand, und zeichnete verantwortlich für bedeutende Ausstellungen wie «Ricordo di Serge Diaghilev» in Mailand. Neben seiner Tätigkeit als empathischer, stets höflich und elegant formulierender Tanzkritiker für «La Repubblica» verfasste er Bücher und zahlreiche Essays, hielt ...
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