Moritz Ostruschnjak «Rabbit Hole»
Die Muffathalle ist voll, die Erwartungen sind groß: Auf dem Programm steht zur Festivaleröffnung der Tanzbiennale «DANCE» in München – der sechsten und damit letzten Ausgabe unter der Leitung von Nina Hümpel – ein neuer Ostruschnjak. Seit nunmehr zehn Jahren in München, hat sich der ehemalige Breakdancer Moritz Ostruschnjak, ein gesellschaftskritischer Kopf und in seiner Ästhetik knallhart am Puls der Zeit, choreografierend, als Lokalmatador mit internationalem Ruf etabliert.
Für jedes Stück fischen seine Tänzer ihre thematisch eingegrenzten Moves aus dem Netz, werden fündig bei TikTok, Facebook und Instagram. Sie spiegeln ruckend und zuckend und im Rückwärtsgang auf der Basis ihrer Trouvaillen eine digitale Welt, in der sich das Publikum amüsiert, aber auch zutiefst erschrocken wiedererkennen kann.
Ostruschnjak also schöpft aus Vorhandenem. Bisher erstaunte jedes neue Stück und begeisterte als ein elaboriertes Puzzleteil in einem sich ständig erweiternden Bild (politisch) wacher Zeitgenossenschaft aus diversen Perspektiven. Da agiert ein einsamer Mensch als leibhaftiger Roboter in den «Tanzanweisungen». In «Yester:Now» springen Tänzerinnen und Tänzer über leere Zuschauerreihen, ...
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Tanz Juli 2023
Rubrik: Kalender, Seite 39
von Eva-Elisabeth Fischer
Köln
KNOT ON HANDS «PASSING BY»
Übersehen kann man Knot on Hands nicht, nicht einmal inmitten großer Menschenmengen. Hoch auf drei Etagen wuchten sich die drei Akrobat*innen aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden. Die ersten beiden Stockwerke bilden Tijs Bastiaens und Mario Kunzi, an dieser Zwei-Mann-Pyramide klettert Britt Timmermans hoch. Als menschliche...
Christiane Theobald, Sie drehen gerade die Abschiedsrunde als Intendantin des Staatsballetts Berlin – und die kann nicht kurz geraten. Denn Sie haben Ihre Laufbahn schon 1987 begonnen, als Dramaturgin beim Ballett der Deutschen Oper, noch in der Direktionszeit von Gert Reinholm. Das Staatsballett als Fusion der drei Hauptstadtkompanien hat erst im neuen Jahrtausend...
Mit seiner großen Statur stach er unübersehbar heraus. Der Tänzer Frank Fannar Pedersen fiel in Richard Wherlocks Basler Company auf den ersten Blick mit seiner Größe auf, auf den zweiten mit seiner tänzerisch starken Ausstrahlung. Acht Jahre lang war er Teil des Balletts Basel und hat in dieser Zeit häufig solistische Rollen getanzt. Genau so, erzählt Pedersen,...
