meg stuart
In diesem Buch über Meg Stuarts Schaffensprozess zu blättern, das ist wie das Wühlen in einer Schatztruhe oder eine Fahrt ins Blaue. Man sollte besser nichts Bestimmtes suchen, sondern Zeit mitbringen. Man huldige dem Sich-Verlieren, wie es Stuart ihren Tänzern nahelegt: «Oft sage ich ihnen: Dein Körper gehört nicht zu dir. Diese Idee ermutigt sie, ihre körperlichen Tabus abzustreifen, und oft beginnen sie, neue und fremdartige Bewegungen auszuführen, weil sie sich für ihr Tun nicht mehr verantwortlich fühlen.
» So beginnt Meg Stuarts Text «Desorientierung», in dem sie absteckt, wie wenig sie von Klarheit hält: «[…] ich streife lieber das Chaos und destabilisiere das Publikum, als alles im Detail zu regeln.» Denn: «Desorientierung kann eine Strategie sein.» Dem Zuschauer gegenüber.
Der Gegenstand von «Are we here yet?» ist vor allem, was sie während der Proben und der Ausarbeitung eines Themas mit ihren Interpreten anstellt, wie sie ihr Verhältnis zu den anderen Kunstsprachen und zur Dramaturgie immer wieder neu erfindet. Während der Proben redet sie möglichst wenig, weil sie Wörtern misstraut. Das hat der Schriftsteller und Dramaturg Jeroen Peeters festgestellt. An der ...
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gibt im epodium Verlag mit Nicole Haitzinger eine neue Zeitschrift heraus: «Tanz & Archiv: Forschungsreisen». Opulent von Barbara Wais gestaltet, arbeitet sich die Tanzwissenschaft an den Sammlungen der 1978 gestorbenen Kritikerin und Pädagogin Friderica Derra de Moroda ab, die ihre Privatsammlung der Universität Salzburg vermachte. «Biografik» heißt die jüngste...
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«pitie!» von alain platel
Seine choreografierte Interpretation zu Bachs «Matthäuspassion» tourte bis in den Kongo, in die Heimat des Countertenors Serge Kakudji. Hier endete letztes Jahr das Leidenswerk Jesu – pathetischer Schlussakkord einer Choreografie, bei der Kakudji die Rolle des schwarzen Jesus sang und nun vom Glück erzählt, an ihn auch glauben zu dürfen....
