mata hari
Zelle. Mit so einem Namen macht niemand Karriere. Margaretha Zelle war sich darüber im Klaren. Sie wollte Karriere machen, und das um jeden Preis. Also erfand sich das Meisje aus Leeuwarden eines Tages neu, erfand sich als Mata Hari und damit eine Kunstfigur, die wie geschaffen war für eine Belle Époque, in der nicht zuletzt der Exotismus wahre Triumphe feierte.
«Eine geniale Idee», meint denn auch einer ihrer besten Biografen, der französische Historiker Fred Kupferman, für den dieser Verwandlungsakt die logische Folge einer Verlogenheit ist, an deren Vervollkommnung die Hutmachertochter aus Holland ein Leben lang gearbeitet hat.
1876 im friesischen Leeuwarden geboren, geriet Margaretha Geertruide Zelle ganz nach ihrem Vater. Bis zu seinem Bankrott führte der sich auf wie ein Baron und verehrte seiner Lieblingstochter beispielsweise am sechsten Geburtstag einen viersitzigen «Bokkewagen», der von Ziegen gezogen wurde. Auf ihm thronte die Kleine «mit bernsteinfarbenem Teint, schwarzem Haar und mandelförmigen Augen» bereits wie die orientalische Prinzessin, als die sie sich von nun an fühlte.
Die indische Tempeltänzerin
Frühreif, sich ihrer weiblichen Reize durchaus bewusst, ...
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Tanz April 2016
Rubrik: Produktionen, Seite 18
von Hartmut Regitz
glasgow: swan lake
Nichts weniger als einen neuen «Schwanensee» für eine neue Generation verspricht David Dawson. Wer seine «Giselle» kennt, die der derzeitige Associate Artist des Holländischen Nationalballetts vor sechs Jahren in Dresden vorgestellt hat, ahnt womöglich, wie der «Swan Lake» für das Scottish Ballet aussehen könnte: klassisch grundiert, ohne jedes...
Wurzeln ranken sich entlang der grauen Zimmermauern, allerlei Geäst ragt in den kargen Bühnenraum. Halb Jagdschloss, halb Grab kündet dieses mit Kronleuchtern und Hirschgeweihen bestückte Gerippe schon im lustvollen Treiben des ersten Akts vom drohenden Absturz. Die Innsbrucker Inszenierung des einstmals skandalträchtigen Briefromans «Gefährliche Liebschaften» ist...
Die Anwesenheit von Aurélie Dupont hat bislang den Promifaktor einer Premiere erhöht, nunmehr ist sie ein Bedeutungsindikator. Denn die designierte Madame la Directrice des Pariser Opernballetts reist in handfester Mission durch Europa: Sie muss 1a-Choreografen finden, die den Mille-pied-Kladderadatsch (tanz 3/2015) vergessen machen. Also beehrte Dupont die jüngste...
