Martin Schläpfer, Karole Armitage, Paul Taylor «THE MOON WEARS A WHITE SHIRT»

Wien

Tanz - Logo

Das Wiener Staatsballett ist ein Doppelorganismus: In der Staatsoper residiert der eine, größere Teil der Truppe, der andere bespielt die Volksoper, mit weit über 1200 Sitzplätzen das zweitgrößte Musiktheater der Donaumetropole. Rund zwei Dutzend Tänzer*innen bestreiten hier nicht nur das unterhaltsame Fach, für das etwa Pierre Lacottes «Coppélia» steht.

Ballettchef Martin Schläpfer hat vielmehr seine «Senior Artist» Yuko Kato vom Opernring an die Währinger Straße entsandt, um mit der Teil-Kompanie seine Interpretation von Alfred Schnittkes Drittem Klavierkonzert einzustudieren.

Die vor fast einem Vierteljahrhundert in Mainz entstandene Kreation ist der Auftakt des dreiteiligen Programms «The moon wears a white shirt» und auch dessen zugkräftigster Beitrag. In großartigen Pas de deux und ein paar Gruppenszenen verhandelt Schläpfer hier das Schicksal einer Frau, die bei aller Sehnsucht niemals zur Liebe findet. Sobald sich eine Liaison gut anlässt, schleicht sich ein Hindernis ein – falscher Blick, falsche Bewegung, falscher Tonus. Mila Schmidt gibt diese zur Einsamkeit Verdammte, die freilich auch sich selbst hilflos gegenübersteht: Warum beugt sie sich den Einschüchterungen eines ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juni 2024
Rubrik: Kalender, Seite 41
von Dorion Weickmann

Weitere Beiträge
Reginaldo Oliveira «DORNRÖSCHEN»

Was heißt es, wirklich wach zu sein? Wo sind wir, wenn wir träumen? Gibt es ein Dazwischen? Diese oder ähnliche Fragen müssen Reginaldo Oliveira, den choreografierenden Ballettdirektor des Landestheaters Salzburg, für seine Interpretation von «Dornröschen» beschäftigt haben. Entstanden ist ein Ballett, das sich zu unterhalten traut und gleichzeitig zum Nachdenken...

Goodie fürs Gemüt

Wer hier eintritt, atmet die Musik des Cellos. Mattia Zappa, Cellist im Tonhalle-Orchester, empfängt eine bunte Schar tanzlustiger Menschen. Sie kommen in Rollstühlen, mit Stöcken, Krücken oder nur mit Taschen. Und sie machen sich im dritten Stock der Tonhalle Zürich zum Tanzen bereit: Die einen etwas umständlich, die anderen wendig und schnell. Nicht allen sieht...

Lauter Lügen

Das Literaturballett ist fast so alt wie die theatralische Tanzkunst selbst. Nicht nur, dass kein Geringerer als Molière für die Comédieballets des Sonnenkönigs verantwortlich zeichnete. Kaum dem Absolutismus entronnen und ins bürgerliche Königreich der Romantik eingetreten, feierte das Genre bereits mit «La Sylphide» einen frühen Triumph. Der erste Elementargeist,...