Ligia Lewis

Tanzakteure mit den besten Aussichten

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Ligia Lewis kreiert engagierte, dissonante, notwendige Tanzstücke. Bestes Beispiel: «Minor Matter» (2016), von der Choreografin gemeinsam mit -Tiran Willemse und Corey Scott-Gilbert performt – abstrakt und zugleich unerhört persönlich.

In Zeiten neu aufkeimender rassistischer Gewalt und der vor diesem Hintergrund agierenden internationalen Bewegung «Black Lives Matter» erkundet die in Berlin lebende Tänzerin und Choreografin mit Wurzeln in der Dominikanischen Republik und den USA eine zentrale Frage, die bereits in Lewis‘ eigener Beschreibung von «Minor Matter» anklingt: Kann die Black Box schwarze Erfahrungswelten abbilden, die die Grenzen bloßer Identitätspolitik sprengen? In Interviews spricht Lewis davon, «Zeichen im Raum» zu setzen mit Hilfe von detaillierter physischer Ermittlungsarbeit, die unwiderruflich mit dem Erinnern verbunden ist.

Lewis legt Grenzschichten frei, wenn sie die Themen Haut und Fleisch bearbeitet. Sie dringt unvermittelt zum Wesentlichen vor, wenn sie die Trennlinien zwischen Öffentlichkeit und Performer herauspräpariert und dabei die Demarkationslinien nachzeichnet, die durch das Ich verlaufen. Sie schafft Räume für unerzählte Geschichten und überhörte ...

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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 164
von Philip Szporer

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