Kunst statt Mythos

Über drei Jahre lang hat Bettina Wagner-Bergelt das Tanztheater Wuppertal Pina Bausch geleitet – und in Bewegung gebracht. Über Erfahrungen und Erkenntnisse spricht sie mit Claudia Henne

Tanz - Logo

Bettina Wagner-Bergelt, Sie haben zum Ende der letzten Spielzeit die Geschicke des Tanztheater Wuppertal Pina Bausch in andere Hände gelegt. Als Sie am 1. Januar 2019 die Intendanz übernommen haben, fragten sich viele, ob Sie verrückt geworden sind, in diese Schlammschlacht rund um die fristlos gekündigte Intendantin Adolphe Binder einzusteigen. Was haben Sie vorgefunden in dieser Situation?
Ich habe, Gott sei Dank!, gar nicht so genau gesehen, wie kompliziert die Situation war. Ich dachte, das sei noch immer das innovativste, neugierigste Ensemble überhaupt.

Stattdessen: eine große Zerrissenheit. Durch die zehn Jahre ohne Pina, die Geschäftigkeit, mit der alle versucht hatten, dieses Repertoire weiter zu tragen. Erst mit Robert Sturm und Dominique Mercy. Dann Lutz Förster. Da war keine Zeit und kein Fokus, den Trauerprozess in Gang zu setzen, Repertoire-Analyse, Personalentwicklung, Vermittlung, Education, Weitergabe an nachfolgende Generationen zu strukturieren. Überlegen: Was tun wir jetzt mit diesem Werk und dem Tanztheater Wuppertal? Geht das so weiter oder hören wir auf? Dann kam dazu, dass das Ensemble bei meiner Ernennung auch nicht mitreden durfte. Die Stadt hat natürlich ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August/September 2022
Rubrik: Hinter den Kulissen, Seite 44
von Claudia Henne

Weitere Beiträge
Fortbildungen, Ausschreibungen, Wettbewerbe 8/22

Fortbildungen
The Dutch National Ballet Academy (NBA), Amsterdam

New course BA Teacher of Classical Ballet; www.atd.ahk.nl

HZT Berlin
MA Soda (MA) Solo/Dance/Authorship Studienbeginn: April 2023 maC (MA) Choreographie
1. Oktober bis 1. November Studienbeginn: Oktober 2023 Tanz (BA), Kontext, Choreographie
1. Oktober – 1. Dezember Studienbeginn: Oktober 2023 www.hzt...

Blackburn, de Mey, Neumeier, Volpi «Vier neue Temperamente»

Ein Bild aus vergangenen Zeiten: eine Frau und drei Männer an einem Tisch in unbeschwertem Beisammensein. Durch eine transparente Wand betrachtet ein junger Mann wehmütig diese Szene. Er tritt in Kontakt zu den vertrauten Menschen und erlebt, musikalisch getragen von Simon & Garfunkel und später Franz Schuberts Klaviersonate in B-Dur, glückliche wie unschöne...

Brigel Gjoka, Rauf «RubberLegz» Yasit, Rusan Filiztek «Neighbours»

Besonders lange kennen sie einander noch nicht, aber dafür umso intensiver. Brigel Gjoka und Rauf «RubberLegz» Yasit begegneten sich in William Forsythes «A Quiet Evening of Dance» (tanz 3/19). Ein Duo der beiden im Rahmen des Septetts brachte den ehemaligen Frankfurter Ballettchef auf die Idee: Und wenn der Albaner Gjoka und der in Deutschland aufgewachsene Kurde...