Jugend
Schulaufführung: The Contemporaries
Im «Hier und Jetzt» ist die Staatliche Ballettschule Berlin mit Wayne McGregor und Marco Goecke inzwischen angelangt, da verspricht der Untertitel zu «Volume 2» von «The Contemporaries» nicht zu viel. Zwar hat der Meisterchoreograf aus England seine «FAR»-Exzerpte nicht selbst einstudiert, aber das Ballett scheint wie geschaffen für junge Tänzer und Tänzerinnen, die in einer Art Battle ihre Kräfte messen.
Also werfen sich die zehn Akteure kampfbereit und keineswegs genderkonform ins Geschehen, als wären sie alle bereits ausgewachsene Bühnenprofis.
Nicht anders in «All Long Dem Day» von Marco Goecke. Auch in der Wiederaufnahme und einer anderen Besetzung als bei der Uraufführung überzeugt die durchweg düstere Interpretation des Nina-Simone-Songs durch Ausdruckskraft und Assoziationsreichtum: zweifellos das Highlight eines Ballettabends, der mit «Meninos» von Mauro de Candia zwischendurch komödiantische Lockerungsübungen erlaubt. Schließlich geht es zum Schluss mit «Die Zukunft beginnt jetzt» von Larisa Dobrozhan und Gregor Seyffert noch mal im Galopp durchs ganze Schulprogramm und das möglichst ohne sichtbare Anstrengung. Was nicht ganz ohne ist.
Ha ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Mai 2017
Rubrik: Praxis, Seite 72
von
CD des Monats: The Best of Philip Glass
Strawinsky wird das Bonmot zugeschrieben, dass Vivaldi zeitlebens nur ein Konzert komponiert habe, das allerdings über hundertmal. Das Gleiche hätte er auch von Philip Glass behaupten können, dessen Minimal Music bei aller rhythmischen Raffinesse manchmal einen monotonen Eindruck macht. Und doch muss etwas an ihr dran sein,...
Die einzige menschliche Gestalt, die uns die etwa 36 000 Jahre alten Zeichnungen im weitläufigen Höhlensystem von Chauvet in Südfrankreich überliefern, befindet sich in der letzten Kammer der Grotte. Es ist eine Frauenfigur, dargestellt vom Schamdreieck bis unter die Knie, wobei ihr rechtes Bein identisch ist mit dem einer Löwin, das linke fällt mit einer Lücke...
Warum ein «Requiem», und das ausgerechnet in einem Programm, das sich «East» nennt? Zunächst hat das natürlich mit dem Haus zu tun, für das Sidi Larbi Cherkaoui seit 2016 arbeitet. Genauer gesagt: mit dem «Kunsthuis» in Antwerpen und Gent, unter dessen Dach nicht unbedingt aus eigenem Antrieb Oper und Ballett Unterschlupf gefunden haben: eine «Zwangsheirat», sagt...
