Icon

Sidi Larbi Cherkaoui und Antony Gormley kippen mehr als drei Tonnen Lehm auf die Bühne. Die Tänzer der GöteborgsOperans Danskompani bauen daraus eine eigene Welt

Tanz - Logo

Er liebt es, sich ständig etwas Neuem auszusetzen: Shaolin-Mönchen, dem Tango, Wagners «Ring», japanischen Mangas, den Ballets russes, der Sprachverwirrung von «Babel», der «Nussknacker»-Märchenwelt, Ravels «Boléro». Sidi Larbi Cherkaouis Blick auf die Bewegung, welche Tanz wird, ist einer, der die Vielfalt sucht, das Neue, Andere in den Kulturen, Religionen und Kunststilen findet. Dieser Choreograf will nur eins: nicht stehen bleiben.



Andererseits ist Sidi Larbi Cherkaoui – als Sohn eines muslimischen Marokkaners und einer katholischen Belgierin in Antwerpen französischsprachig aufgewachsen – auch ein Mann der Treue. Was sich wie ein Faden durch sein vielgestaltiges Werk zieht und sich zum Beispiel im Festhalten, Weitermachen, abermaligen Stück-Entwickeln mit dem weltberühmten englischen Bildhauer Antony Gormley äußert. Fünfmal haben die beiden bereits zusammengearbeitet. Jetzt, beim sechsten Mal, erreicht ihre Kollaboration ein neues Niveau.

Aufbau, Bedeutung und Zerstörung

Und zwar wieder bei der für Innovatives offenen GöteborgsOperans Danskompani, wo die scheidende, inzwischen nach Wuppertal ans Tanztheazter gewechselte Chefin Adolphe Binder auf die clevere Idee verfiel, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Mai 2017
Rubrik: Produktionen, Seite 9
von Manuel Brug

Weitere Beiträge
Eine Frage des Stils

Katja Schneider, Sie sind Tanzwissenschaftlerin und Dozentin am Theaterwissenschaftlichen Institut der Ludwig-Maximilians-Universität in München – und Dramaturgin des Festivals «Dance». Für die 15. Ausgabe haben Sie nun ein internationales und fachübergreifendes Symposium konzipiert und greifen im Titel einen Gedanken der französischen Kollegin Laurence Louppe auf:...

CD, DVD u.a.

CD des Monats: The Best of Philip Glass

Strawinsky wird das Bonmot zugeschrieben, dass Vivaldi zeitlebens nur ein Konzert komponiert habe, das allerdings über hundertmal. Das Gleiche hätte er auch von Philip Glass behaupten können, dessen Minimal Music bei aller rhythmischen Raffinesse manchmal einen monotonen Eindruck macht. Und doch muss etwas an ihr dran sein,...

Vorschau

Israel Galván

Wer einmal eine Fiesta erlebt hat, nach einer Flamenco-Aufführung als Spontan-Improvisation im kleinen Kreis von Aficionados, wird diese Beglückung nicht vergessen können: Ansporn für Israel Galván, an dem ungezügelten Lebens- und Kunstgefühl auch einmal ein größeres Publikum teilhaben lassen. Gemeinsam mit Patricia Caballero holt er deshalb «La...