Johannes Öhman

Selten hat eine Berufung so viel Unmut ausgelöst wie diese: Sasha Waltz übernimmt das Berliner Staatsballett. Dass der Ex-Direktor des Königlich Schwedischen Balletts die Kompanie zusammen mit ihr steuert, ging unter. Wer ist dieser Mann?

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Vor der Kantine der Deutschen Oper plätschern geschwätzig die Wasserspiele, die Sonne scheint, der Sommer glüht über Berlin. Dennoch hat die Stadt den Stimmungsvorhang heruntergelassen, wirkt müde und deprimiert. Es ist Tag 1 nach dem Debakel bei der Fußball-WM: «Gegen Südkorea hätte das deutsche Team nicht ausscheiden dürfen, aber offenbar hat die Dynamik nicht gestimmt.» Der Mann, der das sagt, muss es wissen. Er hat sieben Jahre lang gekickt, erst auf dem Bolzplatz, dann im Verein. Seitdem beherrscht er die Kunst des Teamplay.

Obwohl er die Fußballschuhe schon mit 14 Jahren an den Nagel hängte und stattdessen Ballettschläppchen anzog. Ein Dreiteiler von Jiří Kylián, den er in der Kungliga Operan von Stockholm sah, hat sein Leben verändert. Danach war ihm klar: «Ich will Tänzer werden.» 

Johannes Öhman hat ein Schattenplätzchen gesucht, legt Lutsch-pastillen und sein Handy auf den Tisch. Nach beidem wird er im Lauf des Gesprächs immer wieder greifen. Er beantwortet zwar weder eingehende Anrufe noch SMS, lässt sich aber online das eine oder andere Wort aus dem Schwedischen übersetzen. Es hapert noch mit der Sattelfestigkeit im Deutschen. Die muss er sich allerdings nicht zwingend ...

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Tanz August/September 2018
Rubrik: Menschen, Seite 28
von Dorion Weickmann

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