Johannes Öhman
Vor der Kantine der Deutschen Oper plätschern geschwätzig die Wasserspiele, die Sonne scheint, der Sommer glüht über Berlin. Dennoch hat die Stadt den Stimmungsvorhang heruntergelassen, wirkt müde und deprimiert. Es ist Tag 1 nach dem Debakel bei der Fußball-WM: «Gegen Südkorea hätte das deutsche Team nicht ausscheiden dürfen, aber offenbar hat die Dynamik nicht gestimmt.» Der Mann, der das sagt, muss es wissen. Er hat sieben Jahre lang gekickt, erst auf dem Bolzplatz, dann im Verein. Seitdem beherrscht er die Kunst des Teamplay.
Obwohl er die Fußballschuhe schon mit 14 Jahren an den Nagel hängte und stattdessen Ballettschläppchen anzog. Ein Dreiteiler von Jiří Kylián, den er in der Kungliga Operan von Stockholm sah, hat sein Leben verändert. Danach war ihm klar: «Ich will Tänzer werden.»
Johannes Öhman hat ein Schattenplätzchen gesucht, legt Lutsch-pastillen und sein Handy auf den Tisch. Nach beidem wird er im Lauf des Gesprächs immer wieder greifen. Er beantwortet zwar weder eingehende Anrufe noch SMS, lässt sich aber online das eine oder andere Wort aus dem Schwedischen übersetzen. Es hapert noch mit der Sattelfestigkeit im Deutschen. Die muss er sich allerdings nicht zwingend ...
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Tanz August/September 2018
Rubrik: Menschen, Seite 28
von Dorion Weickmann
Die Landesförderung für die Freien Darstellenden Künste in Nordrhein-Westfalen wird bis 2020 von derzeit acht auf rund 12,5 Millionen Euro pro Jahr aufgestockt. Neue Förderansätze und längere Förderlaufzeiten sollen nicht nur weniger Bürokratie verursachen, sondern auch die Selbstorganisation und Selbstbestimmung der Freien Szene unterstützen – natürlich unter der...
«Slawisches Temperament» liegt ihnen im Blut, und der Bitte des Prager Ballettdirektors Filip Barankiewicz, wenigstens ein Musikstück eines slawischen Komponisten aufzugreifen, wollte sich keiner der drei Nachwuchs-choreografen verweigern: Ondrej Vinklát, Erster Solist des Nationaltheaters und im Nebenberuf Komponist, setzte sich mit einer «Dumka» von Antonín...
Dabke ist ein im östlichen Mittelmeerraum beliebter Kreistanz. Man hält sich an den Händen oder umgreift die Schultern des Nachbarn. Die Füße folgen tanzend der Darbuka, hier einer von Ali Hasan betätigten Bechertrommel. Er, wie auch die vier Tänzer Medhat Aldaabal, Fadi Waked, Moufak Aldoabl und Firas -Almassre, stammen aus Syrien. Aufgenommen wurden sie vom...
