Jefta van Dinther: «On Earth I’m Done: Mountains»
Die Stockholmer Truppe Cullberg arbeitet heute mit drei Choreograf*innen, darunter seit zehn Jahren Jefta Van Dinther. Aber daran kann es nicht liegen, dass er nun verbal die Keule rausholt. «On Earth I’m Done» heißt sein Zweiteiler. Fertig! Schluss! Er ist nicht der Einzige, der sich dieser Welt nicht mehr zugehörig fühlt und doch weiter mit ihr leben muss.
Die Idee, nach dem Herabwirtschaften des blauen Planeten woanders einen Neuanfang zu finden, gewinnt allgemein an Boden, und in Van Dinthers Schaffen ist die Suche nach neuen (Denk-)Räumen geradezu ein Leitmotiv – immer wieder forscht er zu Transzendenz und Trance. Ganz besonders in dem Solo «Mountains» und dem Ensemblestück «Islands», die sich explizit aufeinander beziehen. Die Reise beginnt futuristischmeditativ, und Agnieszka Sjökvist Dlugoszewska lässt Zweifel aufkommen, ob da ein hybrider Körper mit mechanischen Gesten und künstlich klingendem Gesang die Entstehung des Berges beschwört, bis er mit diesem verschmilzt. Berge sind mythologische Kultstätten und erlauben die Verbindung zu höheren Welten. Irgendwo zwischen hier und dort, zwischen Weiblichkeit und Männlichkeit, zwischen Organik und Mechanik verabschiedet sich die ...
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Tanz 11 2022
Rubrik: Kalender, Seite 44
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