Indien
«Eine Tänzerin in Indien erhält nach der Vorstellung in der Regel eine Gage von 5000 Rupien», so der zeitgenössische Choreograf und Kathak-Tänzer aus Kolkata. Das sind etwas weniger als 70 Euro. Gezahlt wird in bar, und zwar in jenen 1000er- und 500er-Scheinen, die seit dem 8. November ungültig sind. In jener Nacht wurden 86 Prozent des gesamten indischen Bargelds ohne Vorankündigung wertlos, angeblich, um den Umlauf unversteuerten Einkommens einzudämmen. Versteuert werden in Indien jedoch Gewinne erst ab 300 000 Rupien im Jahr.
«So viel Geld macht in Indien vielleicht 20 Prozent der Bevölkerung, Tänzer sind kaum darunter», glaubt Iyengar, der im Moment in Italien und Frankreich auf Tournee ist. Klar, sagt er, man könnte die Gage den Tänzern nun überweisen, doch 80 Prozent der notleidenden Bevölkerung hat keinen Zugang zu einem Konto. Geht der Tänzer mit einem Scheck zur Bank, wird der nicht eingelöst. Selbst einen Monat nach der Vernichtung von Geld im Wert von insgesamt 288 Milliarden Dollar verfügen die Banken noch immer nicht über Bargeld. Die neuen Scheine werden noch gedruckt. Die einen sagen, dies sei die raffinierteste Bankenrettung seit Langem, andere ...
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Tanz Januar 2017
Rubrik: Persönlich, Seite 32
von Arnd Wesemann
Corps rebelles
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