Im Kino
Rote Schuhe, Teller-Tutu, roter Schopf und ein Tiara-Krönchen – so endet nach eineinhalb Stunden die Geschichte von Félicie: mit dem Auftritt als Clara im «Nussknacker» auf der Bühne des Palais Garnier. Ein Budget von 28 Millionen Dollar und vier Jahre Produktionszeit stecken in dem 3D-Animationsfilm, der als Familienunterhaltung taugt – abgesehen von der geschmacklos semitischen Karikatur des Opéra-Pedells. Ballettratten kommen dennoch auf ihre Kos-ten, und wer Zeichentrickfilmen wie «Aristocats» etwas abgewinnen kann, wird sich nicht langweilen.
Denn Félicie, die gemeinsam mit Freund Victor dem Waisenhaus entflieht, um sich in Paris ihren Ballerinen-Traum zu erfüllen, ist zwar ein Kunstgeschöpf. Aber charakterlich verströmt der Wildfang Witz und Widerstandsgeist einer (sehr jungen) Shirley MacLaine.
Was sich hier «Tanz» nennt und recht staksig daherkommt, ist von drei A-Promis entworfen worden, bevor es Visual-Effects-Spezialisten in einen Bewegt-Comic verwandelt haben. Benjamin Millepied, Aurélie Dupont, Jérémie Bélingard – alle Eltern kleiner Kinder – werden als Choreografen genannt und dürften die Arbeit genossen haben. Denn das Genre ermöglicht Stunts wie ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Januar 2017
Rubrik: Medien Januar 2017, Seite 63
von Dorion Weickmann
Sie war «solide, erdverbunden, aus schwerem Lehm, nicht aus Glas». Kein Wunder, dass sie lange Zeit nur «Die Schwester des Tänzers» war, wie der Roman von Eva Stachniak in der deutschen Übersetzung heißt. Der englische Originaltitel lautet mit mindestens ebenso großer Berechtigung «The Chosen One», denn Vaslav Nijinsky hatte Bronislava Nijinska als Opfer in...
Corps rebelles
Einmal quer durch das 20. Jahrhundert wandern und dabei sechs tänzerische Themenkreise inspizieren – die Ausstellung im Musée des Confluences in Lyon macht’s möglich. Das Haus hat ein halbes Dutzend Künstler damit beauftragt, die einzelnen Sektionen zu kuratieren. So ist etwa Louise Lecavalier für das Virtuosentum zuständig, Raimund Hoghe (siehe...
Der Tod ist eine Lösung. Zumindest, wenn einem das Leben unmöglich geworden ist. Was muss 1889 in Rudolf, Kronprinz von Österreich-Ungarn, vorgegangen sein, dass er erst seine Geliebte Mary Vetsera erschoss und dann sich selbst? 1978 hat Kenneth MacMillan den Stoff für die Ballettbühne bearbeitet, jetzt nimmt sich Enrique Gasa Valga seiner an, unter dem...
