In die Schule!

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Auf in die Schulen!, hieß es bei den Künstlern, vor allem bei denjenigen aus dem Schauspiel, in den 1970er Jahren. Das Theater war eine ungemein kraftvolle, hochpolitische Angelegenheit – und es wollte wirklich etwas verändern. Wo wäre das wichtiger und wirksamer gewesen als an den Schulen? Doch die Kreativitäts-Attacken verliefen, ebenso wie viele andere damalige Reformen, im Sande. Deutschland parierte den 68er-Schock im Bildungssystem mit Restauration, und ist erst durch die Pisa-Studie wieder auf­gewacht.


Jetzt ist es der Tanz, nicht das Schauspiel, der am vehementesten die Schulen erobert. Aber anders als in den 70ern gehen die Impulse dieses Mal nicht von einer politisierten Kunst aus. Im Gegenteil. Dort, bei der Arbeit an den Schulen, zeigt sich ein soziales Engagement, das der Tanzkunst – das Feld der interkulturellen Auseinandersetzung ausgenommen – fehlt, oder aber unglaubwürdig und aufgesetzt daher kommt. Vielleicht, das bleibt abzuwarten, funktionieren solche Impulse ja auch andersherum.
Der Tanz jedenfalls hat den Weg von der Straße in die Schulen gefunden. Interessanterweise nicht nur in Deutschland, wo der Film «Rhythm is it!» und das leuchtende Vorbild Royston ...

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Tanz Jahrbuch 2006
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 148
von Michaela Schlagenwerth

Vergriffen
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