And the winner is ...
Das Stück
«Cursive – A Trilogy» von Lin Hwai-min: am 1. Dezember 2001 tanzte das Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan eine Kalligrafie, die zwei Jahre später ihre europäische Erstaufführung in Weimar erlebte: Lin Hwai-mins Auseinandersetzung mit der Kunst der Zeichen, die sich mit der Zeit zu einem Dreiteiler erweiterte. In diesem Frühsommer wurden alle Stücke in Berlin vorgestellt.
«Wir sind nichts, wenn wir nicht Fleisch sind», hieß es in Peter Greenaways legendärem Kalligrafie-Film «The Pillow Book» (Die Bettlektüre), der den Körper und die Schrift als Einheit feierte. Schon vorher haben fast alle großen Choreografen, Merce Cunningham (in «Change of Address»), Toer van Schayk (in «Spiegels Bevriezend»), Jirí Kylián (in «Half Past») und William Forsythe (in «As a Garden in This Setting») der Kalligrafie ihre Referenz erwiesen – ohne den Fluss des Pinsels tanzend zu imitieren, ohne mit dem Körper der Spur getrockneter Schrift zu folgen, ohne dem Sinn gemalter Zeichen nachzuspüren. Hwai-min hat sie alle überholt. Nach fünfjähriger Arbeit ist «Cursive» mit Abstand das Werk, das die Kritiker am meisten betörte: «Cursive I»
(ballet-tanz 1/02), «Cursive II» (ballet-tanz 10/03), ...
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