Immersive Medien

Eintauchen in einen Film, ein Spiel, ein Stück, als wäre man «wirklich» dabei: Diese Vorstellung findet auch in der Tanzkunst immer mehr Anhänger. Warum, erklärt Chris Salter, Künstler und Professor für Computerkunst an der Concordia University in Montréal, im Gespräch mit Arnd Wesemann

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Chris Salter, Sie waren 1994/95 beteiligt an William Forsythes Ballett «Eidos : Telos», zwei Jahre später an «Sleepers Guts». Damals sprachen Sie, sprachen wir alle von interaktiven Technologien, heute sprechen wir von immersiven Technologien. Was hat sich in diesen 22 Jahren verändert?
Man kann sagen, dass es große technische Fortschritte gab. Betrachtet man die immersiven Medien aber vom 19. Jahrhundert her, hat sich eher wenig geändert.

Damals waren die Instrumente, mit denen sich am Körper Stimuli, Sensationen und sogar Wahrnehmungen messen lassen, vollkommen neu. Die heutigen immersiven Medien messen die Position des eigenen Körpers oder den Winkel des eigenen Kopfes, um den Beobachter oder Mitspieler in eine künstliche Welt einbauen zu können. Um etwas zu messen, braucht es Instrumente. Nehmen wir beispielsweise die Erfindung von Étienne-Jules Marey. Um 1880 wollte er genau beobachten, wie ein Körper sich bewegt. Damals kursierte der Verdacht, dass den eigenen Sinnen gegenüber erhebliche Zweifel angebracht sind – wie man es auch aus der Philosophie und ihrer Tradition des Zweifels kannte. Marey benutzte die Chronofotografie, in dem er die Bewegung eines ...

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Tanz Dezember 2016
Rubrik: Ideen, Seite 64
von Arnd Wesemann

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