hunter

Mit Kollektiv-Halali für ihr Damaged Goods-Label hat Meg Stuart jede Menge Erfahrung. Kurz vor ihrem 50. Geburtstag veranstaltet die Choreografin eine Solopirsch und geht auf die Jagd nach den eindrücklichsten Momenten ihres Lebens

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Marineblaue Hose, T-Shirt, ein feiner azurblauer Streifen schlängelt sich hüftabwärts bis zu den Füßen. Gebeugt sitzt die Frau an einem Tisch aus Plexiglas, rücklings zum hereinströmenden Publikum, das die Tribüne der zweiten Spielstätte des Berliner Hebbel-am-Ufer-Theaters entert und von dort aus den Blick auf einen zentral gehängten, weißwollenen Projektionsteppich heftet.

Eine Kamera überträgt auf das Textil, womit die Frau sich beschäftigt: Kinderfotos wandern durch ihre Hände, ein Indianer mit Federkopfputz, die Porträts unbekannter Gesichter und Bilder der Flower-Power-Ikonen Yoko Ono und John Lennon – mit Wallemähne überm nackten Popo. Die Frau beschneidet die Aufnahmen oder fackelt ihnen die Ecken ab, manche bearbeitet sie mit Nagellack, dann pinnt sie eine nach der anderen auf eine kreisende Etagere. Der Karneol-Ring an ihrem Finger tanzt dabei wie ein Irrlicht. Kaum ist der Drehteller rundum bestückt, spießt die Frau die nächsten Schnappschüsse auf lange Nadeln und stelzt sie damit ein Stockwerk höher. Bis zuletzt keine plane Collage, sondern ein dreidimensional bestücktes Bilderkarussell rotiert. Was der Topografie unseres Gedächtnisses entspricht, das nicht eine ...

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Tanz Mai 2014
Rubrik: produktionen, Seite 12
von Dorion Weickmann

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