Heinz Spoerli: «Lettres intimes»

Zürich

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«Ich bin neugierig, wie ‹Intime Briefe› wirken werden. Es ist meine erste Komposition, deren Töne durch alles Liebe glühen, was wir miteinander erlebt haben. Hinter jedem Ton stehst Du, lebhaft, unbändig, liebevoll. Der Duft Deines Körpers, die Feuerglut Deiner Küsse – eigentlich nicht – der meinen. Aber die weiche Zartheit Deiner Lippen. Meine Töne küssen Dich. Rufen Dich leidenschaftlich herbei.» So schrieb Leoš Janácek am 15. April 1928 an Kamila Stösslová, in die er sich 1917 als 63-Jähriger verliebt hatte. Sie war 38 Jahre jünger als er, verheiratet, er ebenfalls.

Die alte Geschichte. Während andere Alte sich mit ihrer Sehnsucht für das (unerreichbar) junge Fleisch zum Toren machen, schrieb Janácek seine größten Kompositionen, darunter prominent: das Streichquartett Nr. 2 «Intime Briefe». Zu der Zeit hatte er sich bereits elf Jahre lang Tag und Nacht für die junge Frau verglüht und um 700 Briefe geschrieben, die erst 1990 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden.
«Intime Briefe» ist eine beeindruckende Liebeserklärung an die Muse, packend und emotional. Von diesem Wirbelsturm der Emotionen ist in Heinz Spoerlis «Lettres intimes» tatsächlich auch was zu sehen. Aber zu ...

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Tanz Oktober 2009
Rubrik: Kalender, Seite 48
von Lilo Weber

Vergriffen
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