giselle
Théophile Gautier, der geistige Vater der dramatischen Geschichte um das Thüringer Bauernmädchen Giselle, wäre heute 200 Jahre alt. Dass in diesem Jahr die Akademiker Kolloquien wie «Théophile Gautier und seine Zeit» abhalten, neue Biografien und Neuausgaben erscheinen, ist natürlich Pflicht im akademischen Betrieb.
Die «Giselle»-Choreografen Jean Coralli und Jules Perrot konnten sich allerdings kaum andere Denkmäler in der Kunstlandschaft setzen, und selbst der Komponist, Adolphe Adam, hat einzig mit der Partitur zu «Le corsaire» eine weitere bleibende Spur im Ballett hinterlassen.
Ein lebensfroher Schriftsteller
Giselles Schicksal überstrahlt also den Glanz ihrer Schöpfer bei Weitem. Gautiers lebensfrohe, fragile Kreatur stieg zum Mythos auf und lässt sich darum immer wieder neu erzählen. Gautier selbst passt dagegen kaum noch in unsere Zeit. Schon seinen Typus, der Journalist und Kunstkritiker, Romancier und im weiteren wie im konkreten Sinne ein Poet ist, gibt es längst nicht mehr. Auch die Persönlichkeit Gautiers trotzt allen Versuchen, ihn einzuordnen. Als Jugendlicher unterstützte er die Erneuerung des Theaters durch Victor Hugo und dessen sozial und künstlerisch ...
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Tanz August/September 2011
Rubrik: traditionen, Seite 80
von Thomas Hahn
...hebt ein neues Festival aus der Taufe: das «Theaterfestival Basel». Nächsten Sommer soll es zum ersten Mal vom 29. August bis zum 8. September stattfinden. Carena Schlewitt, seit 2008 Leiterin der Kaserne Basel, kooperiert dabei eng mit dem Theater Roxy in Birsfelden und anderen Kulturinstitutionen – typisch Schlewitt. Auch wenn Theaterfestival draufsteht, ist...
Sie scheint nicht zu altern, ist so schlank wie eh und je, unter dem Pony strahlt sie mit dem bekannten lausbubenhaften Gesicht, ihre langen Beine und Arme sind so elastisch und biegsam, dass man glauben möchte, sie seien aus Gummi. Man muss es sich immer wieder in Erinnerung rufen: Hier tritt keine jugendliche Göre auf, sondern eine 46-jährige Frau.
Sylvie Guillem...
Die Hände zur Faust geballt stecken tief in den Jackentaschen, im Schatten der Kapuze verbirgt sich das Gesicht. Angst, der etwas Bedrohliches anhaftet, ist deutlich spürbar. Wie gehetzt die Figuren in Helge Letonjas jüngster Produktion «The Bog Forest» auch durch das Dunkel der Bühne der Bremer Schwankhalle huschen, wie gequält sie sich krümmen und am Boden...
