giselle

Vor 200 Jahren, an einem 31. August, wurde Théophile Gautier geboren. Vor 170 Jahren, an einem 28. Juni, hatte seine «Giselle» in Paris Premiere. Jetzt haben ein Tanzkritiker und ein Choreograf den Mythos analysiert.

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Théophile Gautier, der geistige Vater der dramatischen Geschichte um das Thüringer Bauernmädchen Giselle, wäre heute 200 Jahre alt. Dass in diesem Jahr die Akademiker Kolloquien wie «Théophile Gautier und seine Zeit» abhalten, neue Biografien und Neuausgaben erscheinen, ist natürlich Pflicht im akademischen Betrieb.

Die «Giselle»-Choreografen Jean Coralli und Jules Perrot konnten sich allerdings kaum andere Denkmäler in der Kunstlandschaft setzen, und selbst der Komponist, Adolphe Adam, hat einzig mit der Partitur zu «Le corsaire» eine weitere bleibende Spur im Ballett hinterlassen.

Ein lebensfroher Schriftsteller

Giselles Schicksal überstrahlt also den Glanz ihrer Schöpfer bei Weitem. Gautiers lebensfrohe, fragile Kreatur stieg zum Mythos auf und lässt sich darum immer wieder neu erzählen. Gautier selbst passt dagegen kaum noch in unsere Zeit. Schon seinen Typus, der Journalist und Kunstkritiker, Romancier und im weiteren wie im konkreten Sinne ein Poet ist, gibt es längst nicht mehr. Auch die Persönlichkeit Gautiers trotzt allen Versuchen, ihn einzuordnen. Als Jugendlicher unterstützte er die Erneuerung des Theaters durch Victor Hugo und dessen sozial und künstlerisch ...

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Tanz August/September 2011
Rubrik: traditionen, Seite 80
von Thomas Hahn

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