sylvie guillem...
Sie scheint nicht zu altern, ist so schlank wie eh und je, unter dem Pony strahlt sie mit dem bekannten lausbubenhaften Gesicht, ihre langen Beine und Arme sind so elastisch und biegsam, dass man glauben möchte, sie seien aus Gummi. Man muss es sich immer wieder in Erinnerung rufen: Hier tritt keine jugendliche Göre auf, sondern eine 46-jährige Frau.
Sylvie Guillem tanzt souverän, perfekt. Wie sie es immer getan hat, seit sie von Rudolf Nurejew entdeckt und 1984 zur étoile an der Pariser Opéra ernannt wurde – da war sie gerade 19 Jahre alt.
Von Paris aus eroberte sie sich die Welt und ging 1989 nach London, ans Royal Ballet, weil sie in ihrer französischen Heimatkompanie keine Entwicklungsmöglichkeiten mehr sah. Die ausgetretenen Pfade des Repertoires begann sie Ende der Neunziger zu verlassen, als sie etwa Mary Wigmans «Hexentanz» einstudierte (1998); eine ganz neue Freiheit im Tanz entdeckte sie durch Russell Maliphant, der für sie «Broken Fall» (2003) kreierte und ihr damit offenbarte, dass Ballett und Kontaktimprovisation zusammenpassen.
Inzwischen ist Sylvie Guillem auch ihre eigene Programmgestalterin. In Zusammenarbeit mit dem Londoner Produktionshaus Sadler’s Wells hat sie ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz August/September 2011
Rubrik: produktionen, Seite 14
von Klaus Kieser
...übernimmt 2012 interimistisch die Leitung des Berliner Festivals «spielzeit’europa». Die Gründerin des Brüsseler «Kunstenfestivaldesarts», letztjährige Kuratorin von «Theater der Welt» und Initiatorin der arabischen Tanzinitiative «Meeting Point 5», löst damit Brigitte Fürle ab, die Noch-Leiterin unter dem Noch-Intendanten Joachim Sartorius. Zum 60-jährigen...
Haaaaahh – Ächzen, Stöhnen, Keuchen. Die ruhelosen Seelen leiden: Sie wollen ihre Körper zurück. Die Köpfe verhüllt, tragen die sechs Tänzer des MichaelDouglas Kollektivs in der Kölner Halle Kalk ihre schwarzen Schattenrisse herum. Geisterstunde auf der Tanzbühne.
Der österreichische Choreograf Georg Reischl hat für das Ensemble aus ehemaligen Mitgliedern der...
Wellness ist ein bitteres Wort. Es bezeichnet jene ausgesparte Zeit, die man dem eigenen Wohlbefinden widmen muss, weil es sonst ja nicht stattfindet. Auch Kunst soll Wellness sein, uns wie sonst Öle und erprobte Finger in einen Zustand versetzen, in dem jeder Widerstand zwecklos wird. Gebt euch hin! Das ist ein Imperativ.
Kattrin Deufert und Thomas Plischke haben...
