fußballer...

...sind Memmen, zumindest im Vergleich zu Tänzern. Das sagt ein Arzt, Andreas Weiler von der Berliner Charité (Seite 68). Fußballer lassen sich viel öfter krank­schreiben als Tänzer. Weil es ihre phänomenalen Gagen nicht berührt. Tänzer, in Selbstausbeutung geübt, beißen die Zähne zusammen und halten sich besser in Schuss als Sportler: Der Fettanteil von Tänzerinnen tendiert gegen null, sagt Weiler.

Der Choreograf William Forsythe, 61, hebt 120 Kilo vom Boden, nicht wie ein Gewichtheber mit unterschiedlich trainierten Muskelgruppen, sondern als ein Tänzer mit einem ausgeglichenen Muskelapparat (Seite 64). Trotzdem werden Sportler zu Stars, Tänzer allenfalls ein Vorbild für Gesundheitsapostel. Ist das fair? Oder besser gefragt: Warum ist das so?

Pop-Gymnastik hieß es im Osten, Aerobic im Westen – Übungen, die irgend­wie nach Tanz aussehen, sind nur was für Memmen. Wahre Helden sind hoch spezialisiert. Ein Turmspringer ist kein Bergsteiger. Sport, das ist Sparten­trennung pur für einseitige Leistungsoptimierung und entspricht exakt dem Bild vom Fachidioten. Tänzer erscheinen dagegen wie Manager. Sie könnten noch jedes körperliche Geschäft führen.

Aber der stärkste oder der schnellste ...

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Tanz Juni 2011
Rubrik: editorial, Seite 1
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