essen: oblivia «entertainment island»
Eine Frau joggt auf der Stelle, tapp, tapp, tapp. «Well, well, well!», ruft ein Mann mit Hut ihr zu. «Look at you! You’re looking good!» Mit einem langsamen Ausfallschritt steigert er seine Begeisterung, reckt die Hände zur Decke, während sie ihre Hochleistungsperformance intensiviert. Am Rand der Spielfläche wartet eine zweite Frau auf ihren Einsatz, auf ihren Auftritt. Willkommen bei «Entertainment Island 1» von Oblivia, einer skurrilen Show im Boxring.
Drei Performer demonstrieren sich und dem Publikum im Zehn-Minuten-Takt Praktiken der Ertüchtigung und Ermunterung und musikalisieren dabei Selbstermutigungsformeln: «Oooh yeah! Allright! Wo-hoow!»
In ihrer Trilogie «Entertainment Island» spielt die finnisch-britische Performancegruppe Oblivia mit Formen und Formeln der Unterhaltungskultur: Im ersten Teil dekliniert sie Strategien von Casting- und Selbsthilfeshows, im zweiten zappt sie sich durch eine Welt aus Papiermaschee, im dritten versteigt sie sich in die private Unterhaltung mit Sado-Maso-Spielen auf der Kellertreppe und Fantasien von Selbsterniedrigung und Voyeurismus. Drei Jahre lang, von 2008 bis 2010, hat Oblivia eine höchst eigenwillige Performancesprache zwischen ...
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Tanz Juni 2011
Rubrik: kalender, Seite 42
von Esther Boldt
...der künstlerische Leiter des Nederlands Dans Theater (NDT), reiht sich ein in den «Club der Invaliden». So nennt man sich nach dem drakonischen Urteil ihres Kulturrats, der dem Kulturminister der seit Oktober regierenden Rechtskoalition, Halbe Zijlstra, empfahl, das NDT «um 40 bis 50 Prozent zu amputieren» oder, wie Vincent es ausdrückt: «Diese Dezimierung...
«Wir sind mehrere, doch wir fühlen uns wie ein Körper.» Das klingt nach Nirwana. Einfach romantisch. Fast wie ein Grundbedürfnis des Menschen. Einer Gruppe angehören, in der Gemeinschaft aufgehen und sein Glück dann allen zeigen, im Takt, im Gestus, in Harmonie. Stellvertretend für den Zuschauer auf einer Bühne durchleben, wovon das Publikum vielleicht unbewusst...
...bleibt Intendant des Théâtre de la Ville in Paris. Das ist fast noch erstaunlicher als die Hauptnachricht: Der Heißsporn wurde nach langer Suche als neuer Leiter des «Festival d’Automne» nominiert. Im Théâtre de la Ville hat er, entgegen ursprünglichen Beteuerungen, den Tanz heruntergefahren. Beim großen Pariser Festival droht nun Ähnliches, spätestens ab 2013,...
