Foto: Alwin Poiana

Düsseldorf

Forum Freies Theater, tanzhaus nrw, frei flottierende Elemente: Sie alle sind lokal, regional, bundesweit, international vernetzt – und trotzdem hält sich, anders als beim etablierten Ballett am Rhein, die Anerkennung in Grenzen

Da fehlt eine schlüssige «Choreografie». Das schreibt der Kurator, Projektentwickler und Spezialist für den öffentlichen Raum, Markus Ambach. Und zwar mit Blick aufs Bahnhofsviertel von Düsseldorf. Was da um den zwanziggleisigen Hauptbahnhof herumsteht und architektonisch wuchert, hat nie jemand ein «Viertel» genannt. Es ist einfach «die Bahnhofsgegend». Das klingt nach Warnung, nach Schmuddel und Diebstahlgefahr, aber auch nach Internationalität und: «Da ist was los.

»

Doch die Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen begrüßt Bahnfahrer beim Verlassen des Bahnhofsgebäudes Richtung City mit einem Spalier miefender Back- und Würstchenbuden. Sehenswert wird es hier nur, wenn sich mal wieder Scharen von Manga- und Comicfreaks als sorgfältig kostümierte, geschminkte, frisierte, rotweißschwarzpinke Cosplayer auf den Weg machen, wohin auch immer, und das außerhalb der Karnevalszeit. Auf der hinteren Seite bedrängen den Bahnhofszugang Bausünden, in Ambachs Stadtforscherjargon handelt es sich um «monumentale Sackgassenarchitektur mit Angstraumpotenzial».

Kreativzone im Entstehen

Dieses dichte, doch inhaltlich lose Nebeneinander auf beiden Seiten braucht einen Zusammenhang – «Choreografie», ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz November 2017
Rubrik: Serie: Freie Szene, Seite 54
von Melanie Suchy

Weitere Beiträge
Bücher, CD, DVDs November 2017

Virtual reality: Gilles Jobin

VR_I steht für Virtual Reality Immersive und ist das jüngste Kind des umtriebigen Gilles Jobin, ein Pionier in Sachen 3D. Nach seinem Film «Womb» (tanz 3/17), der sich noch mit einfacher 3D-Brille genießen ließ, tauchen nun fünf Zuschauer gleichzeitig in virtuelle Welten ein und können darin miteinander tanzen, bewehrt mit VR-Brille...

Tel Aviv: Ohad Naharin «Venezuela»

Für viele mag die Europa-Premiere von «Venezuela» am Festspielhaus Hellerau berauschend gewesen sein. Denn der Choreograf Ohad Naharin spielt in dieser neuen Arbeit – der letzten, die er als Leiter der Batsheva Dance Company verantwortet (tanz 10/17) – mit der hochenergetischen Kraft zahlreicher Bewegungskaskaden. Die Körper seiner 17 Tänzer und Tänzerinnen...

Kortrijk: Erna Ómarsdóttir «Sacrifice»

Sie ist die «Queen of Screams». Kein Ballett von Erna Ómarsdóttir, das nicht auch eine Kreisch-Operette wäre. Schmerzensschreie, Lustschreie, Angstschreie, Freudenschreie, Zornschreie, Stimmerkundungsschreie, Monsterschreie, Babyschreie, Irrenschreie ... Ómarsdóttir lehrt mit ihrer Iceland Dance Company die Kunst der Differenzierung auch beim Geplärr, und das ist...