Florentina Holzinger «Ophelia’s Got Talent»
Explizit und kompromisslos, brutal, unbeschönigt und selbstbewusst: Florentina Holzingers «Ophelia’s Got Talent» stellt sich zur Spielzeiteröffnung an der Volksbühne Berlin sowohl als Publikumsmagnet wie auch als kleine Theatersensation heraus. Wie oft bei Holzinger steht der Frauenkörper im Vordergrund und wird hier mythologisch und ikonografisch mit dem Element Wasser in Verbindung gebracht.
Dabei bedient sich die österreichische Choreografin verschiedener Referenzen: Antike Meerjungfrau-Erzählungen, Shakespeares Wasserleiche Ophelia oder Schuberts «Forellenquintett» dienen als Vorlage für spektakuläre Tanzszenen, die Stepp, Folk, Pubdance und Seemannslieder zu kraftvollen und mitreißenden Gruppenchoreografien vereinen. Doch trotz des historischen Überbaus wird das Publikum intellektuell nicht überfordert, sondern ist Teil eines artistischen, zirkushaften Spektakels.
So startet der fast dreistündige Abend als leuchtende Castingshow, in der nackte Frauen des diversen und interdisziplinären Ensembles ihre Talente unter Beweis stellen und das «Ophelia-Sein» üben. Mit dabei ist die kleinwüchsige Performerin Saioa Alvarez Ruiz, deren Körper regelrecht abgefeiert wird und immer wieder ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz 11 2022
Rubrik: Kalender, Seite 36
von Lilith Borchert
Energie
Corona ist noch nicht um die Ecke, da rauscht die nächste Krise heran: Wie warm muss, wie kalt darf es im Studio sein, damit sich Tänzer*innen nicht verletzen? Was planen die Theater überhaupt in Sachen Wärme-Einsparung? Wir fragen nach
Ioannis Mandafounis
In Athen geboren, in Paris ausgebildet, quer durch Europa getanzt, mit dem Schweizer Tanzpreis geehrt...
Corona war der große Elefant im Raum, bei den Tanzfestivals in Berlin, in Montpellier und in Wien. Das Virus entschied mit jedem Testergebnis, ob alles wie geplant stattfinden konnte. Karl Regensburger, Intendant beim Wiener «ImPulsTanz», zeigte sich zur Festivalhalbzeit sichtlich besorgt: «Wir mussten schon eine Performance verlegen, bei einer anderen hoffen wir,...
«Was ist ein Raum?» fragt die ruhige Stimme, und man ahnt: Die Uraufführung «Zum Sterben zu schön» auf der Studiobühne der Oper Graz wird keine reine Tanzperformance, sondern ein Ballett mit Text. Choreograf und Autor Jo Strømgren hat auch die Bühne gestaltet und leitet das Publikum mit sanftem norwegischen Akzent durch die gut einstündige Vorstellung. In einem...
