flashmobbing
Ausnahmsweise darf der Besucher die Leipziger Red-Bull-Arena über den Haupteingang betreten, durch den sonst nur die beflügelten Glücksritter vom Rasenballsport e. V. und ihre viertklassigen Gegner stapfen. Der Gang durch die Katakomben ist ein Gang durch die Zeit. Man passiert die Schichten vom Adolf-Hitler-Feld über das «Stadion der Hunderttausend» bis zur dies alles adoptierenden Red-Bull-Arena: ein Raum für Massen und Kurzzeit-Kollektive, ob sie nun der Fußball eint oder eine Choreografie. In der kleinen Vorhalle zum Stadion tanzt ein Schwarm barfüßiger Menschen.
Von vorn hört man eine Stimme: «1, 2, 3, links, dann vor, zurück und diagonal!» Sie gehört der Choreografin Heike Hennig, die hier mit den Teilnehmern von «Turn!» eine Massenchoreografie probt. Nur 170 sind gekommen, seine Wirkung verfehlt es trotzdem nicht. Zwischen den inszenierten Szenen bricht sich das subversive Element Bahn. Nach dem Prinzip von «Instant Composition» sind die Teilnehmer die Choreografen ihrer selbst. Spontane Bewegungssequenzen werden weitergegeben und variiert, bis alle angesteckt sind. Hemmungen fallen, Individuen entstehen und vergehen, Gemeinschaften bilden und zerstreuen sich wieder, ...
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Tanz August/September 2011
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Sebastian Göschel
...übernimmt 2012 interimistisch die Leitung des Berliner Festivals «spielzeit’europa». Die Gründerin des Brüsseler «Kunstenfestivaldesarts», letztjährige Kuratorin von «Theater der Welt» und Initiatorin der arabischen Tanzinitiative «Meeting Point 5», löst damit Brigitte Fürle ab, die Noch-Leiterin unter dem Noch-Intendanten Joachim Sartorius. Zum 60-jährigen...
Die Wand stürzt um, reißt Frau und Mann gleich mit sich. Für einen Moment zeichnete sich das Bild anmutig posierender Figuren vor weiß erleuchtetem Grund deutlich ab. Nun wälzt sich das Paar auf einer Matratze – denn als solche gibt sich das hinfällige Objekt zu erkennen –, ringt um Liebe, zärtlich, kämpferisch. Bald verschwindet der Mann im Bühnendunkel; sie...
Am 31. August wird er 64 Jahre alt und will, dass seine Asche ins Meer gestreut wird. In Hamburg arbeitet er mit Doris Dörrie gerade an «Don Giovanni», der den Tod zu Gast hat. Den Tod ihres eigenen Mannes verarbeitete Doris Dörrie im Roman «Das blaue Kleid», danach im Film «Kirschblüten – Hanami», als sie Tadashi Endo traf, den Butoh-Tänzer aus Göttingen, der um...
