bremen: urs dietrich «perpetuum mobile»
Die Wand stürzt um, reißt Frau und Mann gleich mit sich. Für einen Moment zeichnete sich das Bild anmutig posierender Figuren vor weiß erleuchtetem Grund deutlich ab. Nun wälzt sich das Paar auf einer Matratze – denn als solche gibt sich das hinfällige Objekt zu erkennen –, ringt um Liebe, zärtlich, kämpferisch. Bald verschwindet der Mann im Bühnendunkel; sie bleibt, wartend, dass eine neue Hand sich ihr entgegenstreckt und es irgendwie weitergeht, während es unaufhörlich und leise in weißen Flocken auf die Szenerie herabrieselt.
«Perpetuum mobile» hat Urs Dietrich sein Stück mit dem Tanztheater Bremen genannt, das die Idee vom ständigen (Neu-)Anfang in einem mitreißend dynamischen Bilderfluss vor Augen führt. Ursprünglich war daran gedacht, die Premiere gemeinsam mit der Wiedereröffnung der erweiterten Kunsthalle in Bremen zu feiern. Die Fertigstellung des Neubaus hat sich verzögert. Anlass und Inspiration aber blieben bestehen.
Folglich erinnert die Eingangsszene an eine Vernissage. Die Männer im Anzug, die Frauen im langen Kleid, ein feierlicher Aufzug schwarzer Abend-roben, den der Choreograf, der auch für die Ausstattung verantwortlich zeichnet, mit lässiger ...
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Tanz August/September 2011
Rubrik: kalender, Seite 66
von Irmela Kästner
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