bremen: urs dietrich «perpetuum mobile»

Tanz - Logo

Die Wand stürzt um, reißt Frau und Mann gleich mit sich. Für einen Moment zeichnete sich das Bild anmutig posierender Figuren vor weiß erleuch­tetem Grund deutlich ab. Nun wälzt sich das Paar auf einer Matratze – ­denn als solche gibt sich das hinfällige Objekt zu erkennen –, ringt um Liebe, zärtlich, kämpferisch. Bald verschwindet der Mann im Bühnendun­kel; sie bleibt, wartend, dass eine ­neue Hand sich ihr entgegenstreckt ­und es irgendwie weitergeht, wäh­rend es unaufhörlich und leise in wei­ßen Flocken auf die Szenerie herab­rieselt.

«Perpetuum mobile» hat Urs Dietrich sein ­Stück mit dem Tanztheater Bremen genannt, das die Idee vom ständigen (Neu-)Anfang in einem mitreißend dynamischen Bilderfluss vor Augen führt. Ursprünglich war daran gedacht, die Premiere gemeinsam mit der Wiedereröffnung der erweiterten Kunsthalle in Bremen zu feiern. Die Fertigstellung des Neubaus hat sich verzögert. Anlass und Inspiration aber blieben bestehen.

Folglich erinnert die Eingangsszene an eine Vernissage. Die Männer im Anzug, die Frauen im langen Kleid, ein feierlicher Aufzug schwarzer Abend-roben, den der Choreograf, der auch für die Ausstattung verantwortlich zeichnet, mit lässiger ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August/September 2011
Rubrik: kalender, Seite 66
von Irmela Kästner

Weitere Beiträge
den körper einrichten

Vereinzelte Töne tröpfeln aus den Lautsprechern im Dachgeschoss. Es knarzt und knackt im Probenraum der Münchner Tanztendenz. Die Tänzerin, Choreografin und Yoga-Lehrerin Anna Holter probt mit ihrem Ensemble «Thema 3» – ein Stück, in dem sich die gebürtige Schwedin mit unterschiedlichen Assoziationen zur Zahl drei auseinandersetzt. Die Tänzerinnen bewegen sich...

abschied: merce cunningham

Der Countdown läuft, die farewell tour macht noch einmal Halt in Berlin und im Oktober in London, bevor sich die Merce Cunningham Dance Company zu Silvester in New York endgültig auflöst. So will es Merce Cunninghams letzter Wille, der «Living Legacy Plan». In der Berliner Volksbühne ist noch einmal Cunninghams letzte Choreografie «Nearly 902» zu sehen (22., 23....

fitness oder lifestyle...

Wenn Cyndi Lee an die gute alte Zeit zurückdenkt, gerät sie schnell ins Schwärmen. «Es waren die frühen Siebziger in Kalifornien», sagt die heute 57-Jährige, «wir waren alle jung und alle Hippies. Wir haben Unmengen an Drogen geraucht, haben am Strand von Santa Barbara das Mahavishnu Orchestra gehört und Transzendentale Meditation gemacht. Und wir waren alle...