fahrstuhl-albträume

Pizza defrosted «Virtuelevator» nennt Storm sein neues Stück HipHop, das nicht mehr anliefert, sondern bei der Pizza selber zulangt. Ein himmlischer Ausflug in die Fahrstuhl-Albträume.

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Bei Anruf Pizza
Die Bestellung ist noch Routine, die Lieferung endet im Labyrinth. Storm betritt die Bühne, ein Jobber mit der Pizzaschachtel in der hohlen Hand. Am Anfang ist er noch im Bilde, bildlich gesprochen. Auf der Bühne geht er imaginäre Treppen auf und ab. Eine gelbe Mütze auf dem Kopf, ein weites, weißes Hemd über rotem Pulli, gelbe Socken und rote Schuhe. Halb Smurfer, halb Bäcker, halb Lieferbursche. Mit der Pizzaschachtel in der Hand dringt er vor bis zum Fahrstuhl eines Berliner Luxushotels. Der steht in einem Film ohne Darsteller, die virtuelle Kulisse.

Hinten links hängt der Bildschirm in der Größe eines Heimkinos und an unsichtbaren Fäden hängt der Pizzaiolo wie die Marionette am Fadenkreuz des Puppenspielers. Nicht ganz so wie bei Kleists Parabel «Über das Mario­­net­ten­theater», nach der Gott die Fäden führt und der Marionette, dem Menschen, das Bewusstsein einhaucht. Storm entwickelt eben nicht die schwerelose Grazie einer schwebenden Gliederpuppe. Er hechelt Hüfte, Ellbogen oder Füßen hinterher, die sich aus dem Körperverbund immer wieder lösen wollen.
Backspin, Skorpion und andere Figuren des HipHop hat er noch immer drauf, zeigt das auch. In erster Linie ...

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Tanz Februar 2006
Rubrik: Tanz-Kunst, Seite 68
von Thomas Hahn

Vergriffen
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