Exzellenz oder Vertrauen
Die Hütte brennt: Skandale an Ballettschulen, Belästigungen durch Leitungspersonal in den Kompanien, Geringschätzung von Tänzern, Mobbing, Bodyshaming, MeToo, Blackfacing – das Ballett gibt derzeit in der Öffentlichkeit ein Bild des Schreckens ab. Die Schlagworte fliegen den Tanzschaffenden nur so um die Ohren, kulminierend in der Frage, ob man das alles überhaupt noch brauche. Was für eine gute Idee, in die Offensive zu gehen und wenigstens einen Teil der Vorwürfe gemeinsam aufzuarbeiten.
Beim zweitägigen Symposium «Tanzausbildung im Wandel», veranstaltet von der Münchner Hochschule für Musik und Theater und vom Dachverband Tanz Deutschland, wurde das Bewusstsein für die Dringlichkeit der Innenschau immer wieder spürbar: «Wenn wir es nicht schaffen, das neu zu evaluieren und in einer gewissen Form von Lobbyarbeit mit Positivem zu füllen, dann bricht uns nicht nur ‹Don Quixote› weg, sondern fast alles. Es darf nicht in einer Selbstzerfleischung enden, sonst drehen uns die Politiker den Hahn zu», warnte Martin Schläpfer, Direktor des Wiener Staatsballetts.
Bereits im Oktober 2020 hatte die Münchner Ballett-Akademie ein neues pädagogisches Konzept vorgestellt, mit dem zweitägigen, ...
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Tanz Februar 2023
Rubrik: Praxis, Seite 60
von Angela Reinhardt
EINLADUNG ZUM TANZ
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Berlin im Winter. Es ist sehr ruhig, das Einzige, was lärmt, sind die Baustellen. Und noch eine weitere Baustelle ist geplant: ein Tanzhaus für Berlin, ein Ergebnis aus dem Arbeitsprozess «Runder Tisch Tanz», an den der Senat 2018 zur Lösung der strukturellen Probleme der immer größer werdenden Szene geladen hatte. Wird das also was mit dem Tanzhaus? Wann und wem...
Mit einem modernen Doppeltanzabend, den zwei sehr unterschiedliche choreografische Handschriften prägen, startete das durch neun Neuzugänge sich neu formierende Ballettensemble des Theater Hagen in die Spielzeit. Präzise Körperarbeit war in der Uraufführung «Through and Over» von Anna Konjetzky gefragt, muntere Ausgelassenheit hingegen bestimmte die europäische...
