A. Konjetzky, K. O’Day «Through and Over/Op Sha!»

Hagen

Tanz - Logo

Mit einem modernen Doppeltanzabend, den zwei sehr unterschiedliche choreografische Handschriften prägen, startete das durch neun Neuzugänge sich neu formierende Ballettensemble des Theater Hagen in die Spielzeit. Präzise Körperarbeit war in der Uraufführung «Through and Over» von Anna Konjetzky gefragt, muntere Ausgelassenheit hingegen bestimmte die europäische Erstaufführung «Op Sha!» von Kevin O’Day. Konjetzky, die erstmals am Theater Hagen arbeitet, lotet in ihrer Kreation die Potenziale von Veränderungen aus.

So beginnen die Tänzerinnen und Tänzer mit zarten Bewegungen, erwecken ihre Leiber, aus einem Schulteranheben entwickelt sich eine wellenartige Bewegung, die den ganzen Körper erfasst. Die Tänzer erweitern ihren Radius, erobern sich den Raum, den Konjetzky, die auch die Bühne entwarf, mit vier Lichtstelen markiert und der an ein Stadion erinnert. Passend dazu hat Kostümbildnerin Lydia Sonderegger das Ensemble in sportliche Freizeitkleidung und Sneaker gesteckt.

Die elf Tänzerinnen und Tänzer nehmen Impulse auf, die zu Richtungs- und Rhythmuswechseln führen. Langsam fließende Bewegungen gehen in rasante Zuckungen über, Gesten wiederholen sich in schnell ansteigender ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Februar 2023
Rubrik: Kalender, Seite 43
von Britta Helmbold

Weitere Beiträge
Highlights 2/23

Den Haag
IN THE DUTCH MOUNTAINS
Seit 2008 arbeitet Marco Goecke regelmäßig fürs Nederlands Dans Theater, bislang choreografierte er jedoch noch kein abendfüllendes Stück. Aber jetzt! Die jüngste Produktion des Hannoverschen Ballettdirektors ist eine Liebeserklärung an die Niederlande, die sich einerseits auf Cees Nootebooms Roman «In de Bergen van Nederland»...

Seelenforscher

«Wahrscheinlich denken Sie, dass ich homosexuell bin. Aber vielleicht bin ich es nicht. Sondern bisexuell, metrosexuell, vielleicht asexuell. Oder ich finde es einfach nur schön – und das ist alles». Gil Harushs Blick streift seine schwarz lackierten Fingernägel, die mit seinen schwarzen, kreisrunden Ohrsteckern harmonieren. Er spricht schnell und eindringlich....

Eisenzarte Lady

Sie hat das denkbar Beste daraus gemacht: «Ja, ich habe vom Tanzen geträumt, aber das war viel zu spät … Ich glaube, das war diese romantische Idee von Ballett und Tanzen. Ich hatte Träume, in denen ich plötzlich in einer Ballett-Compagnie auf der Bühne stand und keine Ahnung hatte, was ich machen soll.» Mitte der 1950er-Jahre war Nele Hertling, geborene Schröder,...