Ein Nussknacker vom Disney-Stern
Es gibt zwei Möglichkeiten, auf Disneys Weihnachtsspecial «Der Nussknacker und die vier Reiche» zu reagieren: «Au weia!» oder «Sieh mal einer an!». Wer mit Tschaikowskys «Nussknacker» groß geworden ist, muss auf jeden Fall umdenken. Was ja dem Grundsatz nach kein Schaden ist. Kinoregisseur Lasse Hallström zieht zwei erzromantische Stoffe zusammen, um daraus eine Coming-of-Age-Geschichte zu stricken: Clara Stahlbaums Mutter ist gerade gestorben («Aschenputtel») und hat der Tochter als Weihnachtspräsent eine geheimnisvolle Dose hinterlassen. Nur fehlt: der Schlüssel.
Prompt findet sich das eigenwillige Mädchen auf einer Abenteuerreise wieder («Nussknacker»), lernt Freund von Feind zu unterscheiden und entdeckt am Ende …
Das Publikum wird derweil mit lukullischer Optik verführt – und klingenden Namen, zum Beispiel Keira Knightley, Helen Mirren, Sergei Polunin und Misty Copeland. Die beiden Startänzer zieren ein Intermezzo, ansonsten wird hier spitzenschuhmäßig nicht groß aufgedreht. Macht nichts, denn dafür können wir dann ins echte Theater, den echten «Nussknacker» anschauen gehen.
Kinostart: 2. November
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz November 2018
Rubrik: Tanz im Kino, Seite 13
von Red.
Er war der erste dunkelhäutige Star des Balletts, der internationalen Ruhm erlangte – und das ausgerechnet mit dem durchweg «weißen» New York City Ballet. Ihm gehörte Arthur Mitchell von 1955 bis 1968 an – dem Jahr, in dem Martin Luther King Jr. einem Attentat zum Opfer fiel, Amerikas prominentester schwarzer Politiker und Prediger. Ein Ereignis, das Mitchell die...
Damien Jalet, in «Suspiria» sind sämtliche Tanzlehrerinnen Hexen. Das Böse macht den unschuldigen Elevinnen einer privaten Ballettschule ordentlich Beine. Will man so etwas wirklich choreografieren?
Natürlich, ja! «Suspiria» von 1977 ist einer meiner Lieblingsfilme. Die Idee, Hexenkunst und Tanz zu verbinden, ist doch großartig. Man denkt gleich an Mary Wigmans...
Ganz am Anfang steht das Mädchen vor dem Badezimmerspiegel, die langen blonden Haare zurückgesteckt, ein wenig Furcht, ja Schrecken in den Augen. Und doch etwas wie Stolz und Freude im Gesicht. «Was machst du da?», fragt der Vater beim Hereinkommen. «Ich wollte Ohrlöcher, jetzt hab ich welche», entgegnet die Tochter. «Hast du sie wenigs-tens desinfiziert?», hakt...
