Editorial 8-9/23

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Radrennen wie die Tour de France lassen sich als hochmobile Bewegungskunst begreifen – reine Massenchoreografie und eine Art «durational performance» in Serie. Zu der gehören die vielen Zuschauer, die bei einer Tour-Etappe aus allen Himmelsrichtungen zur Rennstrecke strömen. Teilweise schon 48 Stunden vor der Vorbeifahrt der Profisportler rollen lange Reihen von Caravans die Anstiege hoch. Haben die Menschen am Steuer einen guten Platz zum Übernachten mit tollem Blick auf die Strecke gefunden, wird ausgeschert. Und abgestellt.

Das Fahrer-Peloton selbst ist ein lebendiger Organismus, der den Gesetzen von Schwerkraft, Aerodynamik und Muskelkraft gehorcht. Gleich 22 verschiedene Choreografen (sprich: Teams) erzeugen mal konkurrierende, mal sich gegenseitig verstärkende Bewegungsmuster. Jedes Team hat jeden Tag einen präzisen Plan. Die einen wollen so schnell wie möglich den großen Ensemblekörper verlassen und als Solisten das Ziel erreichen. Andere verlassen sich auf die athletische Extraklasse ihrer Vortänzer. Das sind bei Flachetappen die Männer mit den dicksten Muskelpaketen. Die können kurzzeitig eine Rennmaschine auf 75 oder 80 km/h beschleunigen. Damit diese Fähigkeit zum Sieg ...

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Tanz August-September 2023
Rubrik: Warm-up, Seite 1
von Tom Mustroph

Weitere Beiträge
Aufführungen 8-9/23

Deutschland
Altenburg Theater
 Premiere «Corpus», Ballett von Silvana Schröder vom Kreislauf des Lebens, Thüringer Staatsballett. Theaterzelt, 16., 23. Sept.; www.theater-altenburg-gera.de 

Augsburg Theater Premiere «Charlie», Tanztheater von Ricardo Fernando. martini-Park, 30. Sept. www.staatstheater-augsburg.de 

Baden-Baden Festspielhaus «The World of John...

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Lara Barsacq stammt aus einer illustren Familie: Ihr Großvater war Regisseur und Theaterdirektor André Barsacq (1909 – 1973), ihr Urgroßonkel der Maler, Kostüm- und Bühnenbildner Leon Bakst (1866 – 1924). Ein Plakat mit dessen Porträt von Ida Rubinstein hing im Haus der Familie, und die Freiheit und Sinnlichkeit der tanzenden Exotin beeindruckten die junge Lara...

Demis Volpi «Giselle»

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