Dramaturg
Esther Dreesen-Schaback, Dramaturgen haben einen notorisch schlechten Ruf, gelten allenfalls als brauchbare Textlieferanten fürs Programmheft. Was hat Sie an diesem Beruf gereizt?
Ich habe als Jugendliche intensiv Ballett trainiert, wollte aber unbedingt Literatur studieren. Während des Studiums war mir schnell klar, dass ich fürs Theater arbeiten will. Da gab es grundsätzlich zwei sinnvolle Möglichkeiten: entweder in die Kritik oder in die Dramaturgie zu gehen.
Variante eins schied aus: Als Kritikerin habe ich mich nie gesehen, weil ich überhaupt nicht den Mut hätte, ein Stück auf die Schnelle zu beurteilen, jedenfalls nicht in Form einer regelrechten Kritik. Stattdessen habe ich die Dramaturgie als Kreuzungspunkt zwischen Literatur und Tanzbühne für mich entdeckt und darauf alle Karten gesetzt. Was, wie ich im Lauf der Zeit festgestellt habe, für den eigenen Lebensentwurf nicht ganz problemlos ist, weil der Beruf hohe Mobilität voraussetzt. Mir sind Freundschaften und Bindungen sehr wichtig, von daher leide ich bei jedem Umzug. Im Übrigen finde ich es gar nicht anrüchig, Texte fürs Programmheft zu liefern – das gehört für mich zum geschätzten Kerngeschäft.
Wo setzt dieses ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Karrieren im Theater, Seite 28
von Dorion Weickmann
Leipzig, Alter Markt
Die Touristen speisen unter Sonnenschirmen. Die Welt spricht in allen Sprachen. Das Gemurmel weht wie ein leichtes Tuch durch die Altstadtgassen. Im vierten Stock, obendrüber, befindet sich ein Büro von ausgesuchter Virtualität: ein Computer, ein I-Pad, ein tragbares Telefon, ein Kaffeeautomat. Das reicht. Auch der Name, Culture Partner, weist...
Bis heute ist sie frei, muss jedes Jahr um ihren Etat kämpfen und deshalb ein dichtes Netz von Koproduktionen spinnen. Was bei ihr heißt: permanent über den eigenen Tellerrand zu blicken. Sie hat allein in dieser Spielzeit zwei zeitgenössische Opern als Tanzmusikstücke choreografiert und inszeniert: «Passion» ihres Komponistenfreundes Pascal Dusapin in Paris und...
Storys
«Die Einheitschoreografin. Warum Sasha Waltz ein Denkmal braucht?» – «Waren die Großeltern dümmer als ihre Enkel heute? Der Kindertanz auf dem Prüfstand» – «Da steppt der Eisbär: Am Polarkreis improvisieren Russen, Finnen, Norweger und Kanadier gemeinsam». Jede dieser Storys könnte in der «Zeit» stehen, als Reportage in der «Frankfurter Allgemeinen...
