Dessau: Stefano Giannetti

Zur Spielzeitpressekonferenz 2019/ 2020 war es bereits ein fait accompli: Statt Tomasz Kajdanski stand da Stefano Giannetti als Leiter des Balletts am Anhaltischen Theater Dessau. Die Rochade geschah wohl holterdipolter, hinter den Kulissen scheint es mächtig gerappelt zu haben. Wie auch immer, festzuhalten bleibt, dass Kajdanski das Ensemble zehn Jahre lang trotz Einsparkrisen und Personalabschmelzung über die Runden gebracht und dabei stets Zuversicht, ja wenn nötig auch Kampfgeist verbreitet hat.

Was der Etat nicht hergab, machte der Chefchoreograf durch Bühnenfantasie wett – seine kreative Bilanz kann sich sehen lassen. Nun also beerbt ihn Stefano Giannetti, in Rom geboren, in Paris ausgebildet, in Hamburg, Basel, London, Zürich und Berlin als Tänzer tätig und zuletzt Ballettdirektor am Pfalztheater Kaiserslautern. Er will «mit der Kompanie Stadt und Land erkunden und neue Tanz-Orte erobern», aber davor debütiert er noch als Opernregisseur in Schwerin, wo er demnächst «Orfeo ed Euridice» herausbringt. Eine Erfahrung, die ihm in Dessau weiterhelfen dürfte: Das riesige, mit über tausend Sitzplätzen bestückte Haus setzt auf spartenübergreifende Projekte. 

www.anhaltisches-theater ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juli 2019
Rubrik: Side Step, Seite 18
von Dorion Weickmann

Weitere Beiträge
So sehen Sieger aus

Die Ernennung des Trios (La)Horde als Nachfolger von Emio Greco und Pieter C. Scholten an die Spitze des Ballet National de Marseille (BNM) kommt für die französische Tanzwelt überraschend. Wie konnten drei junge Künstler, von denen keiner eine qualifizierte Laufbahn als Choreograf vorzuweisen hat, sämtliche Mitbewerber ausstechen, darunter auch einige...

Bremen: Adrienn Hód «Coexist»

Die Tanzsparte am Theater Bremen ist neu aufgestellt. Der Hauschoreograf Samir Akika muss nur noch ein Werk pro Jahr abliefern. Der Qualität hilft das enorm. Dafür wird die kleine Truppe mit immer neuen Gästen überrascht. Diesmal ist es Adrienn Hód aus Ungarn, choreografische Grenzgängerin in einem Land, in dem sich die Partei unter Victor Orbán gern und oft gegen...

Ausstellungen 7/19

Isadora Duncan

Wo immer sie tanzte, nahm sie das Publikum im Sturm: Ob Russland, Österreich, Großbritannien – die Amerikanerin Isadora Duncan bahnte der Tanz-moderne den Weg (s. auch S. 54), in antiken Gewändern und mit flatternden Haaren. Weltweit hat sie die unterschiedlichsten Spuren hinterlassen – gerade erst gewann der Pforzheimer Ballettdirektor Guido...