Der Tanz nach dem Tanz
Tänzer sein
Angenommen, Sie wären dieser Körper, oder eher: Sie wären die Erfahrung dieses Körpers. Ein Tänzer. Das Licht, in dem Sie jetzt stehen, ist nicht das, was Sie auf der Bühne gewohnt sind, hier im Neonambiente einer Arbeitsagentur. Sie gehen den Flur entlang. Ihr Gang fühlt sich an wie der eines federnden Froschs. Sie laufen wie über eine Rampe, als hätte man Ihnen im Winter den Mantel gestohlen. Wütend. Das hier ist nicht Ihr Ding. Sie sind ja nur hier wegen diesem …
Karrierebruch
Sie haben ihn erlitten. Sie sind raus aus dem Spiel. Sie tanzen nicht mehr.
Ihre Karriere bricht, wie ein Knochen bricht. Als Tänzer sind Sie es gewohnt, dass Schmerzhaftes passieren kann. Dann kommt der Arzt, und Sie werden in einem Bett durch ähnliche Flure gefahren wie diesen hier. Sie wissen schon lang, dass Ihr Schmerz Ihr Freund sein muss. Das Bein ist irgendwann wieder zusammengewachsen. Dagegen soll der «Karrierebruch eine unglaubliche Chance» sein, «er ist notwendig». Hat John Neumeier gesagt. Sie wissen nicht, was dieser berühmte Choreograf damit meint. Sie wissen nur, dass er die Treppe hinaufgefallen ist. Sie noch nicht.
Sie sollen etwas anderes werden
Sie haben nur nie darüber ...
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Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Jahrbuch, Seite 8
von Arnd Wesemann
Drei Wochen lang Aufführungen, Gastspiele, Rückblicke, Ausgrabungen alter Stücke, eine Direktorenkonferenz und natürlich die obligatorische Gala: Das 50. Jubiläum des Stuttgarter Balletts wurde mit einem riesigen Fest und Prominenz aus aller Welt begangen. Im Mittelpunkt standen die ehemaligen Tänzer: Intendant Reid Anderson hatte alle eingeladen, derer man...
Joachim Gerstmeier, was kuriert ein Kurator?
Ich sehe ihn nicht als Heiler, wie es das Wort nahelegt – im besten Fall als Akupunkteur. Mit der Ableitung von dem Lateinischen curare (sorgen, pflegen, bewahren) ist aber das ganze Spektrum angesprochen, vom Verwalter und Manager bis hin zum Künstler und Priester. Seine Begriffsgeschichte liegt in der bildenden Kunst....
Das Flüchtige nicht im Ungefähren
Auf seinem Schreibtisch im Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin (HZT) steht ein hellgrünes Köfferchen: der «Choreografische Baukasten». An dessen Entstehung war Nik Haffner im Hintergrund mit beteiligt. Die kleine Kiste suggeriert, was künstlerische Bühnenarbeiter brauchen: Handwerkszeug (tools), Pflichten (tasks) und...
