der engel...
...ist ein guter Mensch. Sri Louise auf unserer Titelseite ist der wohl bekannteste Yoga-Engel der Tanzwelt. Die New Yorkerin begreift, dass nicht der Körper die Plage ist, sondern das Plagen des Körpers ein Genuss, weil er nur so zu sich selbst kommt. Jede Überschreitung der eigenen Grenzen erscheint wie ein religiöser Akt. Darum ist die Härte des Tänzers zu sich selbst ein Tugendpfad.
Im Schmerz und in der Selbstüberwindung muss es auch einen Lohn geben. Für Tänzer besteht er nur selten in der Ehrung ihres Namens oder in der Besserung ihrer finanziellen Verhältnisse.
Darum ist der Körper so anfällig dafür, sich jenseits einer Welt zu wähnen, die nur nach Ruhm und Geld geht. Allein im Körper selbst gibt es die Erfahrungen von Glück, Schmerz, Freiheit und Sterblichkeit. Eine radikalere Überwindung aller anderen Werte als durch den Tanz gibt es wohl nur noch im Yoga.
«Tänzer sind oft sehr hart mit sich selbst. Das Training ist anstren-gend, die Konkurrenz ist groß. Und sie halten sich täglich den Spiegel vor. Es wird immer nur korrigiert, kritisiert, verbessert – nie ist man gut genug. Man entdeckt ständig einen Pickel oder eine Falte. Es ist ein ständiges Urteilen und Verurteilen. ...
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Tanz August/September 2011
Rubrik: editorial, Seite 1
von
Die Hände zur Faust geballt stecken tief in den Jackentaschen, im Schatten der Kapuze verbirgt sich das Gesicht. Angst, der etwas Bedrohliches anhaftet, ist deutlich spürbar. Wie gehetzt die Figuren in Helge Letonjas jüngster Produktion «The Bog Forest» auch durch das Dunkel der Bühne der Bremer Schwankhalle huschen, wie gequält sie sich krümmen und am Boden...
...hebt ein neues Festival aus der Taufe: das «Theaterfestival Basel». Nächsten Sommer soll es zum ersten Mal vom 29. August bis zum 8. September stattfinden. Carena Schlewitt, seit 2008 Leiterin der Kaserne Basel, kooperiert dabei eng mit dem Theater Roxy in Birsfelden und anderen Kulturinstitutionen – typisch Schlewitt. Auch wenn Theaterfestival draufsteht, ist...
Am 31. August wird er 64 Jahre alt und will, dass seine Asche ins Meer gestreut wird. In Hamburg arbeitet er mit Doris Dörrie gerade an «Don Giovanni», der den Tod zu Gast hat. Den Tod ihres eigenen Mannes verarbeitete Doris Dörrie im Roman «Das blaue Kleid», danach im Film «Kirschblüten – Hanami», als sie Tadashi Endo traf, den Butoh-Tänzer aus Göttingen, der um...
