boris charmatz
Freundlich, bubenhaft und sehr eloquent – so begegnet einem Monsieur Charmatz, gerade 41 Jahre alt und zum dritten Mal Vater geworden. Unter den zeitgenössischen Choreografen ist er der Utopist und Ermöglicher, jemand, der Glück und Esprit künstlerisch in Bewegung hält und zusammen mit anderen Performern auf ungewohnte Bahnen lenkt. Seine Spielfreude schließt das Denken ein, seine Lust am Tanzen – er versteht sich immer noch in erster Linie als «danseur» – kommt seinem Talent zu kommunikativer und konzeptioneller Offenheit nicht in die Quere.
So widerfuhr ihm 2009 der Glücksfall, die Leitung einer französischen Tanzinstitution übertragen zu bekommen. Seither führt Charmatz das vormalige Centre chorégraphique national de Rennes et de Bretagne, das er sofort programmatisch zum Musée de la danse umwidmete, um auch nach außen hin zu dokumentieren, dass hier ein gleichermaßen ungewöhnliches wie innovatives Tanz-Kunst-Projekt an den Start geht. Dabei versteht sich Charmatz als Choreograf und Performer der Vielen, als jemand, dessen Visionen und tänzerische Arbeiten aus der künstlerischen Auseinandersetzung und Kooperation mit Kollegen hervorgehen. Beim Interview während des Berliner ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz August/September 2014
Rubrik: menschen, Seite 48
von Sabine Huschka
Im kommenden Studienjahr feiert P.A.R.T.S. sein 20-jähriges Jubiläum. Schon bald nach der Eröffnung wurde das Brüsseler Tanzzentrum in Europa und darüber hinaus zur maßgeblichen Ausbildungsstätte – nicht zuletzt, weil einige der renommiertesten Tanzpädagogen der Welt mit ihm verbunden waren. Seit Anne Teresa De Keersmaeker die Schule gemeinsam mit dem Théâtre Royal...
Eine halbe Dekade lang hatten Serge Diaghilews Ballets russes in Paris einen mächtigen Konkurrenten um die Krone der Avantgarde: Les Ballets suédois. Dadaistisch, kubistisch, «instantanistisch» – so der Ruf der Truppe. Ihr Förderer war Rolf de Maré, reicher Sohn schwedischer Adliger und Liebhaber moderner Kunst. Er gründete 1920 die internationale Kompanie, für die...
screening_________
polina semionova
Sie ist Primaballerina und Pädagogin, ist in der ganzen Welt zuhause. Folgerichtig kommt die Professorin nicht nur in einer Kostprobe aus «Cinderella» zum Tanz, 2004 choreografiert von ihrem Entdecker Vladimir Malakhov fürs Staatsballett Berlin. Carsten Fiebeler hat die einstige Babyballerina bei ihrer Arbeit auch in New York...
