Big shit
Es ist ein Heimspiel, das Marco Goecke am 11. Februar zu absolvieren hat. An der Staatsoper Hannover geht die Premiere «Glaube – Liebe – Hoffnung» über die Bühne, mit Choreografien von Medhi Walerski, Guillaume Hulot und Goecke selbst, seit 2019 Ballettdirektor des Hauses. In der ersten Pause trifft Goecke auf die Tanzkritikerin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Wiebke Hüster. Die Wahrnehmungen und Darstellungen dessen, was folgt, gehen auseinander.
Sicher ist: Es kommt zu einem Wortgefecht, dann zückt Goecke einen Beutel und drückt der Journalistin die Ausscheidungen seines Hundes ins Gesicht.
Egal, mit wem man in den Wochen danach redet – ausnahmslos alle verurteilen die Attacke als absolutes No-Go. Zu Recht. Jenseits der allgemeinen Missbilligung eines Vorgehens, mit dessen Strafbarkeit – Tatvorwürfe wie Körperverletzung und Beleidigung stehen in Rede – sich vermutlich ein Gericht befassen wird, hüllt sich die deutsche Tanzszene allerdings öffentlich in beredtes Schweigen, nach beiden Seiten. Das System reagiert nach innen, nicht aber nach außen. Warum? Welche Vorgeschichte(n) stecken dahinter?
Umso heftiger fallen die Antworten anderer Player aus. Der Deutsche ...
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Tanz 4 2023
Rubrik: Kunst und Kritik, Seite 44
von Dorion Weickmann
In Mats Eks «A Sort of …» tritt Vivian Assal Koohnavard aus dem Publikum auf die Bühne. Und dann performt sie etwas, das sich nicht in eine Schublade pressen lässt, sie tanzt einen burlesken Spaß und eine sensible Charakterstudie, und gerade, wenn man sich auf die Anmut und die Ästhetik ihres Tanzes eingestellt hat, kippt das Gezeigte in drastische Gewalt. Und...
ISA ROSENBERGER
Die Wahlwienerin Isa Rosenberger recherchiert zu alternativen Lesarten von Geschichte und entwickelt aus den Ergebnissen ihrer Forschung künstlerische Inszenierungen. «Schatten, Lücken, Leerstellen», noch bis 1. Mai im Kunsthaus Graz zu sehen, ist die bislang umfangreichste Ausstellung der Mittfünfzigerin, präsentiert werden sechs ältere Werke sowie...
Hannover
OSTERTANZTAGE
Das Staatsballett Hannover dürfte sich freuen, dass es nach den Schlagzeilen (S.48 ff.) jetzt einfach mal wieder zur Sache geht, sprich: zur Kunst. Die «OsterTanzTage» in der niedersächsischen Landeshauptstadt warten nicht nur mit einem hauseigenen Ballettabend auf, sondern mit der «Matthäus-Passion 2727», die als interreligiöse,...
