Biennale Venedig

Performativ

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Doch, die «Biennale di Venezia» ist eine Kunstausstellung. Eindeutig. Es gibt Malerei, Skulptur, Installation, Video. Was es weniger gibt, sind diskursive Ansätze, fluide Formen, Überlegungen zur kollektiven Arbeit. Wer unter den Querelen und Irrungen der «documenta fifteen» gelitten hat, mag das als beruhigend empfinden, aber die Konzentration der Biennale auf die Bildende Kunst hat auch eine Kehrseite.

Die Fähigkeit der Bildenden Kunst zur Grenzüberschreitung rückt in den Hintergrund, weil performative Formen kaum eine Rolle spielen, wenn man von Alexandra Piricis Tanzraum im zentralen Giardini-Pavillon absieht, der tatsächlich für performative Aktionen genutzt wird. Zumindest manchmal – beim Besuch ist er leer und entsprechend eine leere Bühne.

Also betrachtet man eine Bühne, als an Darstellender Kunst interessierter Biennale-Besucher. Und entdeckt plötzlich weitere Bühnen: Diese Biennale hat eine Nähe zum Theater, sie versteckt sie nur ein bisschen. Zum Beispiel in den alptraumhaften Missbrauchsszenarien von Paula Rego, die als düstere Gemälde auf Distanz blieben, würde Rego nicht aufwendige Puppenbühnen bauen, in denen einem die drastischen Visionen tatsächlich körperlich ...

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Tanz 11 2022
Rubrik: Medien, Seite 54
von Falk Schreiber

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