Biennale Venedig
Doch, die «Biennale di Venezia» ist eine Kunstausstellung. Eindeutig. Es gibt Malerei, Skulptur, Installation, Video. Was es weniger gibt, sind diskursive Ansätze, fluide Formen, Überlegungen zur kollektiven Arbeit. Wer unter den Querelen und Irrungen der «documenta fifteen» gelitten hat, mag das als beruhigend empfinden, aber die Konzentration der Biennale auf die Bildende Kunst hat auch eine Kehrseite.
Die Fähigkeit der Bildenden Kunst zur Grenzüberschreitung rückt in den Hintergrund, weil performative Formen kaum eine Rolle spielen, wenn man von Alexandra Piricis Tanzraum im zentralen Giardini-Pavillon absieht, der tatsächlich für performative Aktionen genutzt wird. Zumindest manchmal – beim Besuch ist er leer und entsprechend eine leere Bühne.
Also betrachtet man eine Bühne, als an Darstellender Kunst interessierter Biennale-Besucher. Und entdeckt plötzlich weitere Bühnen: Diese Biennale hat eine Nähe zum Theater, sie versteckt sie nur ein bisschen. Zum Beispiel in den alptraumhaften Missbrauchsszenarien von Paula Rego, die als düstere Gemälde auf Distanz blieben, würde Rego nicht aufwendige Puppenbühnen bauen, in denen einem die drastischen Visionen tatsächlich körperlich ...
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Tanz 11 2022
Rubrik: Medien, Seite 54
von Falk Schreiber
Wer sich mit Gesundheit und Medizin im Tanzbereich beschäftigt, kommt um den Namen Elisabeth Exner-Grave nicht herum. Die Trägerin des «Deutschen Tanzpreises 2016» ist Gründungsmitglied von «Tanzmedizin Deutschland» («ta.med»), gab das Standardwerk «TanzMedizin» heraus und baute als Oberärztin über zwölf Jahre das Kompetenzzentrum für Tanzmedizin...
Man schrieb das Jahr 2020, als die damalige Ballettchefin der Pariser Oper, Aurélie Dupont, Norwegens Tanztheaterstar Alan Lucien Øyen vorschlug, ein Stück für ihr Haus zu schaffen. Sie wusste genau: Die Truppe aus dem Garnier-Palast und auch das Publikum würden damit eine absolute Neuheit erleben. Doch es folgten Pandemie und Lockdowns, bis zur Wiederaufnahme der...
Sie haben viel mit Jiří Kylián zusammengearbeitet, Kreationen fast durchweg fürs Nederlands Dans Theater. Zwei seiner Choreografien, «Tar and Feathers» von 2006 und «Gods and Dogs» von 2008, sind jetzt noch einmal bis zum 3. Dezember innerhalb des NDT-Programms «Celebrating an Evening with Jiří Kylián» zu sehen – beides Arbeiten, zu denen auch Sie Musik...
