b.37

Ein junger Choreograf sorgt für das Glanzlicht des neuen dreiteiligen Düsseldorfer Ballettabends. Dabei ist Robert Binets Schöpfung fast ein Abgesang. Gender? War gestern!

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Ob Donald Trump, Kim Jong-un, Wladimir Putin oder Recep Tayyip Erdogan – Egomanen wie sie machen die Welt zu einem Ort, wo das Recht des Stärkeren, Ausgrenzung und Misstrauen – wenn nicht nackte Angst – regieren. Ein junger Kanadier bietet ihnen künstlerisch die Stirn: Robert Binet. Für das Ballett am Rhein kreierte der 27-jährige Lockenkopf seine «New World» und machte das Düsseldorfer Opernhaus zu einem Ort der Utopie, wo der Mensch des Menschen Freund ist. Eine von drei Uraufführungen im Rahmen des neuen Dreiteilers «b.37».

 

Himmel und Erde in drei Tagen

Zwei Tänzer sind die ersten Ankömmlinge in der neuen Welt. Noch wirkt die Bühne wie ein unberührtes Terrain. Die beiden plaudern ungezwungen, probieren ihre Körper aus in schönen Balancen. Bald legen sie, rücklings, ihre Nacken liebevoll aneinander. Sie zeigen elegante Hebefiguren, bis der eine sich vertrauensvoll in die Arme des andern fallen lässt. Und sie schauen sich in die Augen, während die Hände ihre Köpfe liebevoll umfassen. Damit wäre eigentlich schon alles gesagt: Liebe deinen Nächsten! Doch Robert Binet erschafft Himmel und Erde in drei Tagen. Ein gewaltiger Akt. 

Flirrende Streicher setzen ein und das – bislang ...

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Tanz Januar 2019
Rubrik: Produktionen, Seite 14
von Bettina Trouwborst

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