Akram Khan
Heimat ist für mich ein Rückzugsort, an dem ich mich erneuern kann wie eine Schlange, die ihre Haut abstreift. Ein Ort, an dem ich das Gegenteil von XENOS empfinde. Aber es ist wichtig, dass wir versuchen, den Begriff auch dynamisch zu denken. Denn einige, wenn nicht die meisten von uns, betrachten Heimat als statisch, als feste Adresse.
Für mich ist Heimat etwas Bewegliches, etwas das sich permanent mit mir mitbewegt. Ich meine damit im Grunde, dass mein Körper meine Heimat ist – jedenfalls war es noch bis vor einiger Zeit so.
Seit der Geburt meiner beiden Kinder empfinde ich Heimat eher außerhalb meines Körpers und in den Körpern meiner Kinder. Wo die Körper meiner Kinder sind, dort ist auch mein Zuhause. Meine Kinder sind meine Heimat. Denn eines der wenigen Systeme, die wir besitzen, um uns selbst zu messen – im Kleinen wie im Großen – ist die Zeit. Meine Kinder tragen sowohl meine Vergangenheit als auch meine Zukunft in sich. Und zwar ganz tief in ihrem Körpergedächtnis.
Akram Khan, Choreograf mit bengalischen Wurzeln, gehört zu den wichtigsten britischen Tanzmachern
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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Identität, Seite 108
von Akram Khan
Ein Eiscafé in Berlin-Charlottenburg, beschallt vom benachbarten Spielplatz. Genau die passende Ecke für ein Treffen mit der hochschwangeren Elinor Jagodnik, Tänzerin des Berliner Staatsballetts. Zusammen mit dem Kollegen Friedrich Pohl, der gerade sein Engagement bei Martin Schläpfers Ballett am Rhein in Düsseldorf-Duisburg – nicht ganz freiwillig – beendet hat,...
Heimat ist der Ort, an dem ich geboren und aufgewachsen bin, der Ort, an dem ich mich am Reinsten und Natürlichsten fühle und geben kann. Ein Ort der absoluten Vertraut- und Sicherheit, gestärkt durch ein Umfeld von Menschen, denen ich blind vertraue, und eine Landschaft, eine Natur, die so wunderschön und gewaltig ist, dass es mir jedes Mal aufs Neue den Schalter...
Wie macht er das nur? Tanzen, choreografieren, fotografieren, mitten in der Saison eine wichtige Premiere, kurz danach die erste Ausstellung? Roman Novitzky ist bei allem, was er anpackt, nicht das, was man einen Tausendsassa nennt. Bewundernswert am Ersten Solisten des Stuttgarter Balletts ist weniger, wie er als Multitalent alles unter einen Hut bekommt....
