Akram Khan

16 Tanzschaffende denken darüber nach, was Heimat für sie persönlich bedeutet

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Heimat ist für mich ein Rückzugsort, an dem ich mich erneuern kann wie eine Schlange, die ihre Haut abstreift. Ein Ort, an dem ich das Gegenteil von XENOS empfinde. Aber es ist wichtig, dass wir versuchen, den Begriff auch dynamisch zu denken. Denn einige, wenn nicht die meisten von uns, betrachten Heimat als statisch, als feste Adresse.

Für mich ist Heimat etwas Bewegliches, etwas das sich permanent mit mir mitbewegt. Ich meine damit im Grunde, dass mein Körper meine Heimat ist – jedenfalls war es noch bis vor einiger Zeit so.

Seit der Geburt meiner beiden Kinder empfinde ich Heimat eher außerhalb meines Körpers und in den Körpern meiner Kinder. Wo die Körper meiner Kinder sind, dort ist auch mein Zuhause. Meine Kinder sind meine Heimat. Denn eines der wenigen Systeme, die wir besitzen, um uns selbst zu messen – im Kleinen wie im Großen – ist die Zeit. Meine Kinder tragen sowohl meine Vergangenheit als auch meine Zukunft in sich. Und zwar ganz tief in ihrem Körpergedächtnis.

Akram Khan, Choreograf mit bengalischen Wurzeln, gehört zu den wichtigsten britischen Tanzmachern

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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Identität, Seite 108
von Akram Khan

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