Abou Lagraa «Dakhla» in Recklinghausen
Dakhla ist das arabische Wort für Tor, Eingang, Hafen. In drei Hafenstädte führt uns Abou Lagraa: Hamburg, Algier, New York. Drei verschiedene Lebensgefühle, zusammengehalten von vier Tänzern: zwei Damen, zwei Herren, zwei Pärchen – eines aus dem Hip-Hop, das andere aus dem zeitgenössischen Tanz. Touristische Perspektiven lässt Lagraa links liegen. Es gibt in «Dakhla» keine Fotos, keine Videos, keine Bühnenbilder, weder kulturelle noch politische Statements.
Es ist das Gegenteil seiner so engagierten wie komplizierten Vorgänger-Produktion zum «Hohelied» (tanz 4/16). Hier konzentriert er sich voll auf die Interpreten und ihren Tanz. Doch so unterschiedlich die Kontinente auch sein mögen, letztlich zeigt Lagraa, was die Welt zusammenhält: Reisen, Migration, Begegnung. Ist «Dakhla» etwa unbewusst doch ein politisches Stück geworden?
Der choreografische Landgang in Algier wird von Chaabi-Musik untermalt, einem volkstümlichen Genre, das aus der arabo-andalusischen Musik hervorging. Lagraa bekräftigt: «Noch heute leben in Algier viele Spanier, Ägypter, Franzosen, Chinesen und Syrer, auch wenn es nicht mehr möglich ist, dass ein Muezzin und ein Rabbiner eine Freundschaft pflegen.» Die ...
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Tanz Mai 2017
Rubrik: Kalender, Seite 38
von Thomas Hahn
Weich fließen die Wellenbewegungen durch die Körper; tief tauchen die Tänzer in eine Vorbeuge, wiegen sich geschmeidig im weiten Ausfallschritt. Dann wieder arretieren die Bewegungen der in apartes Schwarz gekleideten Schar. Hart geht der Ruck durch die Gelenke, wenn die Darsteller mit zur Faust geschlossenen Händen am Gasdrehgriff eines Motorrads zu reißen...
Die einzige menschliche Gestalt, die uns die etwa 36 000 Jahre alten Zeichnungen im weitläufigen Höhlensystem von Chauvet in Südfrankreich überliefern, befindet sich in der letzten Kammer der Grotte. Es ist eine Frauenfigur, dargestellt vom Schamdreieck bis unter die Knie, wobei ihr rechtes Bein identisch ist mit dem einer Löwin, das linke fällt mit einer Lücke...
Seit Beginn dieser Spielzeit ist Ivan Alboresi Ballettdirektor am Theater Nordhausen, das seine Produktionen auch in Thüringen tourt. Alboresi bringt Regieerfahrungen in Schauspiel und Musical mit und ist von daher ein spartenübergreifender Teamplayer in der Theaterleitung. Über dem zweiteiligen Abend, den der gebürtige Turiner gemeinsam mit dem Katalanen Pedro...
