Zwickau: Annett Göhre «Arbeiten! Rausch! Gehirn zerschmettern!»
Max Pechstein, bedeutender Vertreter des Expressionismus, wurde 1881 in Zwickau geboren, er starb 1955 in Berlin. Die Kunstsammlungen der Stadt Zwickau verfügen über die größte Sammlung seiner Werke. Wie für viele Künstler des Expressionismus waren auch für ihn die Aufbrüche der Tanzmoderne und die überschäumende Wildheit des frühen Jazz wichtig.
Unter dem Titel «Max Pechstein: Bühne, Parkett, Manege» wird das Zwickauer Museum im April eine große Sonderausstellung eröffnen, schon jetzt zeigt die Tanzkompanie der Theater Plauen-Zwickau ein theatralisches Pendant – Annett Göhres «Arbeiten! Rausch! Gehirn Zerschmettern!», dem ein Pechstein-Zitat den Titel gab. Annett Göhre lässt sich von biografischen Stationen anregen, die in Bilder der Bewegung übergehen. Drei Tänzer verkörpern Pechstein. Sie begegnen einander, kommunizieren und machen unterschiedliche Sicht- und Empfindungsweisen des Künstlers erfahrbar. Die Konstante ist der Freund, der Maler Alexander Gerbig. Dazu gesellt sich eine Symbolfigur – die Sehnsucht –, untermalt von Südseeklängen, die an Pechsteins prägende Reise zu den Palau-Inseln erinnern.
Es werden keine Gemälde nachgestellt, es gibt auch keine Projektionen. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Januar 2019
Rubrik: Kritik, Seite 46
von Boris Gruhl
Ob Donald Trump, Kim Jong-un, Wladimir Putin oder Recep Tayyip Erdogan – Egomanen wie sie machen die Welt zu einem Ort, wo das Recht des Stärkeren, Ausgrenzung und Misstrauen – wenn nicht nackte Angst – regieren. Ein junger Kanadier bietet ihnen künstlerisch die Stirn: Robert Binet. Für das Ballett am Rhein kreierte der 27-jährige Lockenkopf seine «New World» und...
Nein, das Ballett stammt nicht aus dem Nachlass von Johannes Brahms. Aber das Liebeslied «Guten Abend, gut’ Nacht» hat er komponiert. Silvana Schröder stellt es jeweils an den Anfang ihrer beiden «Giselle»-Akte und bedeutet dem Publikum noch vor Beginn auf signalhafte Art, dass es auf eine traditionelle Aufführung des Ballet fantastique nicht hoffen darf....
Wenn Brigitta Luisa Merki choreografiert, entsteht ein Teppich, so farbenfroh wie ein anatolischer Kelim, so fein und präzise geknüpft wie ein Seidenteppich und so erdnah wie der Granitplatten-Sitzplatz in Herrn und Frau Schweizers Garten. Es scheint darum obsolet, dass sie ihr zweitletztes Stück «Mosaico» nennt. Mosaike sind sie eigentlich alle. Hier aber hat die...
