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Kirill Serebrennikov schreibt das Libretto und führt Regie bei «Nurejew» am Staatsballett Berlin. Falk Schreiber traf den ehemaligen Leiter des Moskauer Gogol-Zentrums, der mittlerweile im Westen als Theater-, Opern- und Filmregisseur arbeitet

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Kirill Serebrennikov, wie laufen die Proben zu «Nurejew» am Staatsballett Berlin? 
Mit großer Begeisterung. Innerhalb der Compagnie herrscht eine spürbare innere Spannung, eine starke Energie. Es sind außergewöhnliche Künstlerinnen und Künstler und extrem disziplinierte Arbeiter. Und damit meine ich nicht nur die Tänzerinnen und Tänzer, sondern das gesamte Staatsballett Berlin als lebendigen Organismus.

«Nurejew» haben Sie ursprünglich 2017 fürs Moskauer Bolschoi Theater kreiert.

 
Yuri Possokhov und ich hatten bereits mehrfach zusammengearbeitet – «Ein Held unserer Zeit» war ein großer Erfolg. Vladimir Urin, der damalige Direktor des Bolschoi, schlug vor, anlässlich des 80. Geburtstags von Rudolf Nurejew ein biografisches Ballett zu schaffen. Ich schrieb zunächst das Libretto, anschließend komponierte Ilya Demutsky die Musik, während Yuri parallel mit den Proben begann. Es war ein großes, hoch engagiertes Team. Trotz der persönlichen Schwierigkeiten, die ich damals durchlebte, halte ich das Ergebnis bis heute für außerordentlich stark.

Seither sind neun Jahre vergangen. Inwiefern wird die Produktion in Berlin anders sein als in Moskau? 
Sie wird der ursprünglichen Inszenierung ...

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Tanz März 2026
Rubrik: Menschen, Seite 28
von Falk Schreiber

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