Yvonne Rainer

Eine sanfte Anarchistin musste sie einfach werden. Unterdrückung erzwingt Rebellion. Heute ist sie eine Legende.

Tanz - Logo

Im schlichten T-Shirt mit «Merce 50»-Aufschrift und dunkler Hose sitzt sie in der ersten Reihe des Tanzquartier Wien. Aufmerksam verfolgt sie die Probe zu ihrer Performance «RoS Indexical», unterbricht gelegentlich, um den Tänzerinnen Anweisungen zu geben. «Da ist sie also, die große Yvonne Rainer.» Was für eine Aufregung herrschte am Tag zuvor im Tanzquartier. «Sie war gerade erst hier, ging ins Computerzimmer, um ihre Mails zu checken ...», sagt die Assistentin der Presseabteilung ganz aufgeregt, «... und sie hat mit mir gesprochen.

Sie ist so nett, keine Spur von Arroganz, das hätte ich nie erwartet!» Die Virilität und der Esprit, mit dem die mittlerweile 73-jährige Legende ihre Arbeit angeht, ist tatsächlich beeindruckend. Voller Energie und beweglich wirkt sie, mit ihren dunklen, kurz geschorenen Haaren und schlanker Figur, mindestens fünfzehn Jahre jünger. Gelassen und entschieden, unterhält sie sich mit drei Tänzerinnen auf der Bühne, trotz des Jetlag und nur sieben Stunden Schlaf in den letzten zwei Tagen. Es herrscht ein entspanntes Klima, wenn auch keine Stille. Der «Riot at the Rite»-Soundtrack schwillt an, eine BBC-Neugestaltung von Nijinskys «Le Sacre du printemps» von ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juli 2008
Rubrik: Emanzipierte Verführungen, Seite 16
von Jessie Emkic

Vergriffen
Weitere Beiträge
Er hat's gesagt: Peter Jonas

«Ich würde sagen, wir ergänzen (in Bayreuth) das ganze Wagner-Repertoire auch um die Orchesterwerke. Wir engagieren – vielleicht nur alle zwei, drei Jahre – die besten Dirigenten der Welt, rekrutieren eine maßgeschneiderte, handverlesene Tanzkompanie für den Sommer und einen herausragenden Choreografen: einen William Forsythe, einen Mats Ek oder sogar einen Heinz...

Bertrand d'At

Das Ausrufezeichen hinter dem Namen Béjart, mit dem das Ballett der Straßburger Rheinoper seinen Abend ankündigte, lässt keinen Zweifel. Eine Hommage an den im vergangenen November verstorbenen großen Choreografen sollte es nicht werden, «dergleichen hätte Maurice gelangweilt», wie Ballet-Chef Bertrand d’At sagte. Der ehemalige Tänzer und spätere Assistent Béjarts...

Tomasz Kajdanski

Tomasz Kajdanski ist nicht zu halten. Zwar wird er noch ein Jahr in Eisenach und Meiningen als Ballettdirektor walten. Für das Anhaltische Theater Dessau schmiedet er aber schon Pläne. Anders als sein Vorgänger Gregor Seyffert will er ab 2009/10 am Ort permanent präsent sein und mit seinen zehn bis vierzehn Tänzern neben dem eigentlichen Theater auch die...