Yvonne Rainer

Eine sanfte Anarchistin musste sie einfach werden. Unterdrückung erzwingt Rebellion. Heute ist sie eine Legende.

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Im schlichten T-Shirt mit «Merce 50»-Aufschrift und dunkler Hose sitzt sie in der ersten Reihe des Tanzquartier Wien. Aufmerksam verfolgt sie die Probe zu ihrer Performance «RoS Indexical», unterbricht gelegentlich, um den Tänzerinnen Anweisungen zu geben. «Da ist sie also, die große Yvonne Rainer.» Was für eine Aufregung herrschte am Tag zuvor im Tanzquartier. «Sie war gerade erst hier, ging ins Computerzimmer, um ihre Mails zu checken ...», sagt die Assistentin der Presseabteilung ganz aufgeregt, «... und sie hat mit mir gesprochen.

Sie ist so nett, keine Spur von Arroganz, das hätte ich nie erwartet!» Die Virilität und der Esprit, mit dem die mittlerweile 73-jährige Legende ihre Arbeit angeht, ist tatsächlich beeindruckend. Voller Energie und beweglich wirkt sie, mit ihren dunklen, kurz geschorenen Haaren und schlanker Figur, mindestens fünfzehn Jahre jünger. Gelassen und entschieden, unterhält sie sich mit drei Tänzerinnen auf der Bühne, trotz des Jetlag und nur sieben Stunden Schlaf in den letzten zwei Tagen. Es herrscht ein entspanntes Klima, wenn auch keine Stille. Der «Riot at the Rite»-Soundtrack schwillt an, eine BBC-Neugestaltung von Nijinskys «Le Sacre du printemps» von ...

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Tanz Juli 2008
Rubrik: Emanzipierte Verführungen, Seite 16
von Jessie Emkic

Vergriffen
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