what’s the «matter» ...

Die französische Choreografin über Weiblichkeit und Lebendigkeit im Interview mit Katja Werner

Tanz - Logo

«Matter», schreibst Du, ist ein Stück über weibliche Identität. Ohne Männer oder Interaktion? Woraus, wenn nicht aus der Abgrenzung, entsteht die Identität? Über den tanzenden Körper. Obwohl jede für sich tanzt, lassen wir die anderen übrigens nie allein auf der Bühne. Was an Bildern entsteht, entsteht also in der Addition, nicht der Abgrenzung. Ich sehe bei diesem Projekt keinen Sinn darin, den anderen eine choreografische Handschrift aufzudrücken. Wir sind vier eigenständige Künstlerinnen.

Über unsere Verschiedenheit hinaus bewegen uns – ganz wörtlich – aber ähnliche Fragen. Zum Thema Weiblichkeit, zum Platz des Körpers in der Gesellschaft. Wie man ihn sehen und wie man ihn zeigen kann. Was begrenzt den Blick? Welche Möglichkeiten, uns sichtbar zu machen, haben wir?  Schließlich sind wir nie auf «neutralem» Boden. Frauen genauso wenig wie Männer. Und egal, wen ich mit wem auf die Bühne stelle.

Weibliche Identität ist gleich Körperbild? Ja und nein. Mich interessiert nicht der abstrakte Körper per se, sondern das Individuum, das sich über ihn vermittelt. Im Körper spiegelt sich unser gesamter Erfahrungsschatz. Das macht die Bewegungen wiedererkennbar, vielleicht sogar ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juli 2008
Rubrik: Emanzipierte Verführungen, Seite 20
von Katja Werner

Vergriffen
Weitere Beiträge
Tomasz Kajdanski

Tomasz Kajdanski ist nicht zu halten. Zwar wird er noch ein Jahr in Eisenach und Meiningen als Ballettdirektor walten. Für das Anhaltische Theater Dessau schmiedet er aber schon Pläne. Anders als sein Vorgänger Gregor Seyffert will er ab 2009/10 am Ort permanent präsent sein und mit seinen zehn bis vierzehn Tänzern neben dem eigentlichen Theater auch die...

Wozu braucht es hier noch einen Mann?

Da steht sie, aufrecht und schmal, schlichter schwarzer Anzug, flaches Schuhwerk, die Arme links und rechts um ihre Tänzerinnen geschlungen. Festen Schritts tritt sie an die Rampe und nimmt die Ovationen ihres Publikums entgegen. Dennoch, ein skeptischer Blick über die Scheinwerfer hinweg streift das Parkett, der Hauch eines Lächelns spielt um ihre Lippen.

Draußen,...

Paris im Mai

2008, auf den Straßen wälzen sich die Massen voran. Zur Arbeit, nach Hause, zum Vergnügen. Die größten Plakate verkünden den Kinostart von «Sex and the City». Im Mittelpunkt das Happy End am Altar. Die Braut trägt Weiß, um in aller Öffentlichkeit ihre Unschuld zu demonstrieren. Demonstrieren? Oh bitte, vierzig Jahre sind kein Fliegenschiss. Im nordfranzösischen...