Yuri Grigorovich

In München, Antwerpen, Paris spielen sie seine Werke. Daheim in Moskau ehrt ihn das Bolschoi mit einem riesigen Festival aus Anlass seines 90. Geburtstags. Was hat es mit «Yuri, dem Großen» auf sich? Eine kritische Würdigung

Tanz - Logo

Von Sankt Petersburg bis München, von Antwerpen bis Seoul: Seine Ballette werden auf den Bühnen der Welt getanzt. Zum 90. Geburtstag widmet ihm das Moskauer Bolschoi-Theater ein riesiges Festival: Bis Ende Februar gibt es dort ausnahmslos nur Choreografien zu sehen, die er während seiner langen und immer noch andauernden Karriere geschaffen hat. Bis heute ist Yuri Grigorovich eine graue Eminenz der russischen Kunst- und Kulturwelt – und eine Autorität, über die in intellektuellen Kreisen unvermindert diskutiert und gestritten wird.



Yuri Grigorovich kam im damaligen Leningrad zur Welt, im Januar 1927 – also im gleichen Jahr wie die Kollegen Maurice Béjart und John Cranko. Die Familie der Mutter gehörte der italienisch-russischen Zirkus-Dynastie Rosai an, und ein Onkel mütterlicherseits, Georgi, war Charaktertänzer, u. a. bei den  Ballets russes. Er starb, von Mikhail Fokine geschätzt und von Bronislawa Nijinska geschmäht, 1917 im Alter von nur 30 Jahren und dürfte dem jungen Yuri Vorbild und Wegweiser in die Welt des Balletts gewesen sein. An der Sankt Petersburger Ballettschule, der heutigen Waganowa-Akademie, galt Yuri Grigorovich daher als Eleve «aus einer ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Januar 2017
Rubrik: Menschen, Seite 20
von Leila Guchmazova

Weitere Beiträge
Innsbruck

Der Tod ist eine Lösung. Zumindest, wenn einem das Leben unmöglich geworden ist. Was muss 1889 in Rudolf, Kronprinz von Österreich-Ungarn, vorgegangen sein, dass er erst seine Geliebte Mary Vetsera erschoss und dann sich selbst? 1978 hat Kenneth MacMillan den Stoff für die Ballettbühne bearbeitet, jetzt nimmt sich Enrique Gasa Valga seiner an, unter dem...

Nach Ludwigsburg

Jochen Sandig wird 2019 Intendant der «Ludwigsburger Schlossfestspiele». So soll sich das klassisch orientierte Festival nach dann zehn Spielzeiten unter Thomas Wördehoff neu ausrichten. Der 48-jährige Kulturmacher und Produzent Sandig, der sich in Berlin vom Tacheles über die Sophiensäle bis zum Radialsystem V als Gründerfigur par excellence etabliert hat,...

Vorschau/Impressum

Im Februar: Tanzen ist Sünde!
Dieses Urteil setzten die Kirchenväter in die Welt, und ihre Nachfolger verkündeten es weiter bis ins Hoch- und Spätmittelalter hinein – so heißt es jedenfalls, wann immer es um Christentum und Tanz geht. Doch das Klischee ist brüchiger, als wir annehmen. Denn der Tanz gehörte zu den Ritualen, die geistliche Gemeinschaften...