Vorspiel in New York
Sie hat für Kurt Jooss‘ Folkwang Tanzstudio choreografiert, das Wuppertaler Ballett übernommen und in «Tanztheater Wuppertal» umbenannt und schließlich die Welt mit ihrer radikalen Fantasie aufgerüttelt. Aber im Vorfeld hatte Pina Bausch die Juilliard School of Music besucht und mit Choreografinnen und Choreografen in New York zusammengearbeitet. Ihre Form des Tanztheaters bezeichnete sie einmal als «Raum, wo wir einander begegnen können».
Ich möchte behaupten, dass Pinas Begegnungen während ihres zweijährigen Aufenthalts in New York von 1959 bis 1961 stärker zu ihrer Entwicklung beigetragen haben, als es weite Teile der Bausch-Forschung heute anerkennen. Sie arbeitete eng mit Antony Tudor, Alfredo Corvino, José Limón, Louis Horst sowie mit Lehrerinnen und Lehrern der Martha-Graham-Technik zusammen. Jenseits von Juilliard vertiefte sie sich in die Zusammenarbeit mit Paul Sanasardo und Donya Feuer. Während ihres Abstechers nach Saratoga, New York, im Jahr 1972 lernte sie darüber hinaus eine Tänzerin und einen Tänzer kennen, die bei der späteren Gründung des Tanztheater Wuppertal Pina Bausch eine zentrale Rolle spielen sollten.
Über den Atlantik
Im Alter zwischen 14 und 18 Jahren ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz August-September 2023
Rubrik: Traditionen, Seite 56
von Wendy Perron
Kein Abschied. Jedenfalls nicht für Jean-Christophe Maillot. «Les Adieux» heißt das Stück, mit dem sich im Dezember 1986 der damalige Direktor des Centre Chorégraphique National de Tours an seiner späteren Arbeitsstätte vorstellt: ein Ballett, choreografiert zu Haydns Abschiedssymphonie, das sicher nicht die Welt «bewegt», aber dem gerade mal 26-Jährigen immerhin...
Wusch – und schon ist die Choreografin vorbeigedüst: mit wehenden Haaren und ein paar Sätzen auf den Lippen, die sie der hinterher sausenden Assistentin zuruft. Eine Stunde vor Premierenbeginn am Münchner Prinzregententheater kommt Marion Motin auf einem E-Roller angebraust. Sie arbeitet zum ersten Mal mit einer deutschen Ballettkompanie, für eine Uraufführung hat...
Radrennen wie die Tour de France lassen sich als hochmobile Bewegungskunst begreifen – reine Massenchoreografie und eine Art «durational performance» in Serie. Zu der gehören die vielen Zuschauer, die bei einer Tour-Etappe aus allen Himmelsrichtungen zur Rennstrecke strömen. Teilweise schon 48 Stunden vor der Vorbeifahrt der Profisportler rollen lange Reihen von...
