wurmlandschaften
«Wie wirken diese Bilder auf Tänzer?» War seine erste Frage. Seine zweite: «Bilden sie wirklich eine Absicht der Tänzerin ab?» Jay Mark Johnson ist kein Insulaner der Kunst, niemand, dessen Ästhetik ihm selbst genügt. Es war an einem Sonntag. In Hamburg traf er Priscilla Jung Park, eine amerikanisch-koreanische Tänzerin. Diese Fotos entstanden, und Johnson war wieder in Zweifel: «Fotografie kann doch nur Aspekte des Tanzes, aber nicht ihre Intentionen abbilden.
Oder doch?
Als Priscilla und ich im Studio der Galerie zusammenkamen – wir hatten uns bei einer Ausstellungseröffnung in Berlin kennengelernt –, gab es einen Moment, an dem wir uns auf Martha Grahams ‹Letter to the World› berufen wollten», auf Barbara Morgans berühmtes Bild der amerikanischen Tänzerin, die vertikal im Raum zu stehen scheint, still, während ihr langes helles Kleid eine bauschige Kurve um sie herum beschreibt, wie die gewaltige Spur ihres Tanzes.
Die Referenz an die große Dame ist sehr höflich. Aber dieses Bild, das erstarrte Monument, wie Fotografie den Tanz so oft darstellt, würde nie das assoziieren lassen, was der Kunstkritik bei Jay Mark Johnson einfällt: «Wie ein Wurm streckt der Körper sich in die Länge, ...
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Tanz April 2011
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Arnd Wesemann
Ein Kreis wird gezogen, weiße Kreide auf schwarzem Tanzteppichgrund. Stühle werden arrangiert. «Stand der nicht hier, gehört der nicht dorthin?» Geschäftiges Stimmengewirr auf Flämisch, Französisch, Englisch. Schließlich geben die aufgeklebten Zettel auf der Rückseite der Lehne Auskunft über die jeweils richtige Position des Möbelstücks. Wiederholtes Glattstreifen...
...ist wieder bei Kasse. Für 2011. Pünktlich zur Verleihung des «Deutschen Tanzpreises Zukunft» an den freien Stuttgarter Choreografen erhielt seine Kompanie eine Sonderzahlung von 80.000 Euro aus dem Stuttgarter Geldsäckel. Das finanziell in Schieflage geratene Ensemble Gauthier Dance (tanz 1/11) bekam zuletzt nur noch 10.000 Euro für Sozialprojekte. Diese Summe...
...hatte 2009 einen winzigen Auftritt im Episodenfilm «New York, I Love You»: Natalie Portman, die «Black-Swan»-Schauspielerin, castet einen Superstar des Royal Ballet, der im Film für einen Babysitter gehalten wird. Eine nette Unverschämtheit. Sie steht in Margaret Willis’ Acosta-Biografie. Die Autorin erzählt die Geschichte eines kubanischen Jungen, der kein...
