Women Of The World
Mit uralten Augen in die Welt zu sehen, um im Nebel der Gegenwart die Orientierung zu finden: diese Verse sind wie ein Versprechen. Man denkt an das Gewicht dieser Welt. Und ahnt auch gleich etwas von jener spirituellen Zielrichtung, die der Choreografie «Women of the World» anhaften muss: eine Koproduktion der Beijing Modern Dance Company mit anoukvandijk dc aus den Niederlanden. Es wurde eine Verschmelzung zweier Choreografien zu einem organischen Ganzen mit ästhetisch und auch philosophisch genauso starken Kontras-ten, wie sie den beiden Kulturen in West und Ost anhaften.
Die Beijing Modern Dance Company durchmisst die Errungenschaften Chinas ohne Nos-talgie und Exotik. Im Gegenteil: Gao Yanjinzi begreift die Dichter, Denker und Künstler der großen Dynastien und die jahrhundertealte Tradition der Peking-Oper als Teil eines Erbes, das sich westliche Konzepte der eigenen facettenreichen Identität anverwandeln. Nennen wir es so: Vergangenheit und Gegenwart sind in einem zart-flüchtigen Kuss begriffen.
Anouk van Dijk verkörpert die typisch holländische Neigung zur Selbstrelativierung. Der Ausdruck muss klar sein, aber die Empfindsamkeit darf nicht fehlen, damit die Komplexität und ...
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Phil Kiczula und Adam Parson haben eine tolle Idee: Kommt der Schüler nicht zur Tanzschule, dann stellen wir die Schule einfach ins Netz. Und da der Mensch im Netz allein ist, lehrt ihre in Minneapolis, USA, tätige Firma DanceKast Solo-Nummern – für Ballett, HipHop, Tap und eine Technik des Modern Dance, die «Lyrical» genannt wird. Versuchen wir’s: den Bowl Step,...
Akram Khan ist Brite. So steht’s im Pass. Seine Familie stammt aus Bangladesch und brachte ihre Traditionen nach London. Mit ihnen die Angst, dass der Westen ihren Glauben und ihre Moral verdünnt, verfälscht oder vergessen lässt. Akram Khan wurde in London geboren, in der dritten Generation von Immigranten nach dem Fall des alten Commonwealth. Wie seine Schwester...
Ist die Welt aus den Fugen, dann weil die Kommunikation spinnt. Kanister, Rot-Kreuz-Decken und Lautsprecher dominieren die offene Bühne von Raumgestalter Adrian Silvestri in Fabian Chyles jüngster Tanzperformance «territorial imbalance». Zwischen diesen Katastrophengütern bewegen sich Mädels in bunten Kleidchen, doch was heißt schon bewegen: Hier wagen drei...
