Fabian Chyle
Ist die Welt aus den Fugen, dann weil die Kommunikation spinnt. Kanister, Rot-Kreuz-Decken und Lautsprecher dominieren die offene Bühne von Raumgestalter Adrian Silvestri in Fabian Chyles jüngster Tanzperformance «territorial imbalance».
Zwischen diesen Katastrophengütern bewegen sich Mädels in bunten Kleidchen, doch was heißt schon bewegen: Hier wagen drei Überlebende einen Balance-Akt, testen die fremde Umgebung mit skurrilen Mitteln aus, knüpfen Filzpakete von Karabinerhaken, robben, reden mit fahrigen Gliedern aneinander vorbei, fallen mitten in ihren dadaistischen Silbensätzen um, rappeln sich wieder auf, verrenken die Glieder, atmen Tütenluft und sind high für einen Moment, um abermals ins Straucheln zu geraten. Eline Tan, Andrea Hackl und Tereza Lenerova erkunden ihre Körper, nehmen bizarre Positionen ein gleich anatomischen Grenzgängerinnen und würdigen einander selbst im Kampf kaum eines Blicks. Tanz als emotionale Reaktion – wenn sie nur einer verstünde! Aber Kommunikation war gestern.
Dafür ein Bombardement an Eindrücken, das der Stuttgarter Choreograf Fabian Chyle gemeinsam mit dem Dramaturgen Hans Peter Jahn veranstaltet. Sprach- und Geräuschfetzen wehen aus bewegten ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Wayne McGregor ist das Superbrain des britischen Tanzes. Der 37-Jährige hat sich als Schöpfer aufregender und befremdender Bühnenuniversen einen Namen gemacht. Mit seiner Londoner Random Dance Company gelangen ihm bahnbrechende Produktionen, in denen er innovativ mit neuen Technologien experimentierte. McGregor, der als erster Künstler ein Forschungsstipendium für...
Das Experiment ist geglückt, ein Beweis erbracht. Man kann sich tatsächlich dieselbe Komposition dreimal nacheinander anhören, ohne Schwindelanfälle davonzutragen. Hilfreich bei «Les noces» (Die Hochzeit) von Strawinsky ist, dass das Werk die halbe Stunde nicht überschreitet. Dreimal also das Ganze. Zuerst steht der Chor auf der Bühne, unbeweglich, singt auf...
Sie haben während Ihrer vier Jahre als Star des Lido viel Bewunderung dafür gefunden, dass Sie auf Live-Gesang bestanden, Perücken und Federkopfschmuck verweigerten und hoch geschlossen statt mit nacktem Busen auftraten. Warum konnten Sie in Paris Ihre Bedingungen diktieren? Das war kein Diktat, sondern eine gute Zusammenarbeit. Der künstlerische Leiter hatte schon...
